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Satirische „taz"-Kolumne: Seehofer droht mit Anzeige - und erntet Kritik

Satirischer Text über Zukunft der Polizei sorgt für Zündstoff

Seehofer will taz-Kolumnistin anzeigen und steht dafür in der Kritik

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister,
Bundesinnenminister Horst Seehofer
msc kno kde, dpa, Martin Schutt

Bundesinnenminister Seehofer erstattet Anzeige

Horst Seehofer hat angekündigt, eine Autorin der Tageszeitung „taz“ anzeigen zu wollen. Die Kolumnistin hatte einen satirischen Text über rassistische Tendenzen bei der Polizei verfasst. Der Text ist auf heftige Kritik gestoßen. Doch auch die Reaktion des Ministers wird jetzt kontrovers diskutiert.

Sogar Merkel schaltet sich in Diskussion um satirischen „taz"-Artikel ein

Im „taz“-Text dachte die Autorin satirisch über die Abschaffung der Polizei nach. Demnach sollten sie am besten im Fall der Fälle auf der Mülldeponie arbeiten. Nicht nur die Polizei kritisierte den Text, auch Journalisten und Politiker reagierten auf den Zeitungsartikel. „taz“-Chefredakteurin Barbara Junge äußerte wegen der Kolumne ihr Bedauern. Inzwischen hat sich sogar Angela Merkel eingeschaltet und sei mit Horst Seehofer im Gespräch, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Seehofer: Enthemmung der Worte begünstige Gewalt

Seehofer kündigte an, sich am Montagnachmittag mit den Juristen im Ministerium zu beraten, ob eine Anzeige wegen Volksverhetzung oder Beleidigung in Frage komme. Er hatte zuvor in der Bildzeitung erklärt, dass die Angriffe gegenüber der Polizei in Stuttgart durch eine „Enthemmung der Worte“ begünstigt würden. Wegen dieser Äußerung steht der Bundesinnenminister jetzt selber stark in der Kritik.

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Twitter-Nutzer sehen Angriff auf die Pressefreiheit

Auf Twitter wird Seehofers Reaktion stark diskutiert. „Das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, unabhängig ob man den Meinungsbeitrag gut oder schlecht findet.“, twitterte Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen.

Auch Satiriker Jan Böhmermann äußerte Kritik und twitterte: „Wir sind hier nicht in der Türkei, in Russland oder im Jahr 1962!“. Er selbst wurde vor vier Jahren wegen seines „Schmähgedichts“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angezeigt.

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