Skurrilstes Hostel der Welt?

„Sarajevo War Hostel“ bietet Übernachtungen im Kriegsgebiet

So ist es im Kriegs-Hostel
02:05 min
So ist es im Kriegs-Hostel

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Urlaub wie im Krieg - Unser Reporter macht den Test

Einschusslöcher, kaputte Straßen, bombardierte Häuser: Ja, hier war mal Krieg. 1425 Tage lang wurde Sarajevo im Bosnienkrieg belagert. Nur die Überlebenden wissen, wie es sich anfühlte täglich ums Überleben zu kämpfen. Genau diese Erfahrung können Besucher des „War Hostel“ nun nach empfinden. Beim Auschecken seien die Menschen wie verändert.

Unser Reporter hat für eine Nacht eingecheckt. Wie es ihm in diesem ungewöhnlichen Hostel ergangen ist, sehen Sie im Video.

Sie kämpften täglich ums Überleben

Wie ist es im Krieg zu leben? Das fragen sich die Besucher des „Sarajevo War Hostel“ und können diese Erfahrung hautnah in der echten Kulisse nach empfinden. Anders als die Einwohner der bosnischen Stadt, die den Krieg von 1992 bis 1995 miterlebten, können die Gäste natürlich jederzeit abreisen.

Sie wissen, dass sie weder getötet werden, noch Hunger leiden müssen, noch einen Angehörigen oder Freund verlieren. Trotzdem ist der Besuch im ehemaligen Kriegsgebiet täuschend echt: Es ist kahl, düster und dunkel. Als Lichtquelle gibt es nur Kerzen und im Hintergrund läuft ein Tonband mit Schüssen und Angriffen aus dem Krieg – das Band läuft in Endlosschleife.

Kein Wasser, kein Strom - nur Hoffnung

Bei Kerzenschein erzählt der Hostelbetreiber, der sich „Zero One“ nennt, seinen Gästen seine Kindheitserinnerungen an den Krieg und die Nachkriegszeit. Es wird schnell deutlich, wie eine Kriegserfahrung das Leben eines Menschen für immer prägen kann – und so auch seins.

Wie er haben viele Bewohner schmerzlichste Erinnerungen an den Krieg. 46 Monate wurde Sarajevos besetzt, die Menschen waren ohne Essen, Strom, Wasser und Heizung. Sie lebten in ständiger Angst von einer Bombe oder einer Kugel erwischt zu werden oder zu verhungern. Mehr als 100.000 Menschen wurden im Bosnienkrieg getötet, 11.541 von ihnen in Sarajevo.