Erneuter Übergriff auf Rettungskräfte

Sanitäter von Patient mit Schusswaffe bedroht

25. August 2020 - 21:37 Uhr

Übergriff bei Erstversorgung

Am späten Montagabend ging ein Notruf bei der Hamburger Rettungsstelle ein: Im Stadtteil Ottensen soll es einen psychischen Notfall eines Jugendlichen gegeben haben. Doch als die Sanitäter am Einsatzort eintreffen und den 16-jährigen Patienten behandeln wollen, zückt dieser plötzlich eine Schusswaffe und bedroht die Einsatzkräfte damit. Der Vorfall löste einen Polizeigroßeinsatz aus.

Welche Szenen sich vor Ort genau abgespielt haben, sehen Sie im Video.

Mutter kann Täter überwältigen

Den Einsatzkräften gelang es schnell, die bedrohliche Situation zu entschärfen. Sie verließen das Gebäude unversehrt und forderten Verstärkung an. "Im Rahmen von Eskalationstrainings haben wir unsere Einsatzkräfte auf genau solche Situationen vorbereitet", erklärt Jan Ole Unger von der Feuerwehr Hamburg. Seine Kollegen hätten sofort gewusst, was zu tun sei. Nachdem Verstärkung von Polizei und Feuerwehr eingetroffen war und das Haus umstellt hatte, konnte die Mutter des Jugendlichen ihrem Sohn die Waffe abnehmen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich hierbei um eine Schreckschusswaffe. Der junge Mann konnte daraufhin von Polizisten beruhigt und in Handschellen abgeführt werden. Er wurde in eine Jugendpsychiatrie eingeliefert.

„Das muss sofort aufhören“

Rettungskräfte rücken an, um fremdes Leben zu retten und werden doch regelmäßig selbst zum Opfer. Eine Bedrohung mit einer Schussewaffe komme zwar nicht sehr häufig vor, dafür liege das Niveau für Bedrohungen und Angriffe auf Einsatzkräfte aber "konstant hoch", erklärt Jan Ole Unger von der Feuerwehr Hamburg. Im vergangenen Jahr hatte es 98 dieser Übergriffe gegeben, einer mehr als im Jahr zuvor. "Hier mangelt es an Respekt vor den Einsatzkräften. Das muss sofort aufhören", mahnt Unger. Jeder Übergriff auf Einsatzkräfte sei einer zu viel.