Sandsturm-Prozess: Beide Seiten legen Rechtsmittel ein

Die juristische Aufarbeitung des Unfalls geht weiter.
Die juristische Aufarbeitung des Unfalls geht weiter.
© dpa, Bernd Wüstneck

17. Juli 2015 - 11:28 Uhr

Acht Menschen kamen ums Leben

Das Verfahren um eine tödliche Massenkarambolage in einem Sandsturm auf einer Autobahn geht in die nächste Instanz. Sowohl die Staatsanwaltschaft Rostock als auch die Angeklagte haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. An dem Unfall im April 2011 in Mecklenburg-Vorpommern waren in beiden Fahrtrichtungen mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen kamen ums Leben, etwa 130 wurden verletzt.

Das Amtsgericht Rostock hatte die 54-jährige Autofahrerin aus Brandenburg am 8. Juli verwarnt. Der Richter blieb damit klar unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine neunmonatige Bewährungsstrafe für die Frau verlangt hatte. Eine Geldstrafe in Höhe von 9.000 Euro wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht befand, die Frau habe den Tod eines Ehepaars mitverursacht und sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Der Unfall sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen. Die Frau sagte unmittelbar nach dem Richterspruch, sie habe sich ein anderes Urteil ohne Schuldspruch gewünscht.