Sandaufspülung auf Rügen: Erster Abschnitt abgeschlossen

Planierraupen und Bagger verteilen den aufgespülten Sand am Ostseestrand. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild
Planierraupen und Bagger verteilen den aufgespülten Sand am Ostseestrand. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild
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18. April 2021 - 9:09 Uhr

Göhren (dpa/mv) - Die im März begonnene Sandaufspülung zum Küstenschutz im Südosten von Rügen ist auf dem ersten von zwei Abschnitten abgeschlossen. Zwischen Lobbe und Thiessow seien etwa 65.000 Kubikmeter Sand aufgespült worden, teilte das Landesumweltministerium mit. Derzeit liefen die Arbeiten im zweiten Abschnitt nahe des südlichen Teils von Göhren. Insgesamt sollen auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern mehr als 200.000 Kubikmeter Sand aufgespült werden, der vor Usedom gewonnen werde.

Danach sollen die Dünen mit Strandhafer bepflanzt werden. Ziel der Arbeiten sei eine Verbesserung des Sturmflutschutzes. "Natürlich werden breite Strände auch gern von Touristen genutzt", erklärte ein Ministeriumssprecher. Mit Mitteln des Küstenschutzes werde aber nur aufgespült, wenn dies für den Sturmflutschutz erforderlich sei.

Seegang und Strömungen führen nach Angaben des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) zu Sedimentabtrag und zum Rückgang bestimmter Küstenabschnitte. Wolle der Mensch das betroffene Land weiter nutzen, müsse wiederholt künstlich Sand zugeführt werden. Zwischen Lobbe und Thiessow wurde laut Umweltministerium zuletzt 2017 Sand aufgespült, allerdings aus technischen Gründen nicht die vorgesehene Menge. Auch 2010 sei hier wie auch zwischen Göhren und Lobbe Sand aufgespült worden.

Weitere größere Küstenschutzmaßnahmen finden nach Angaben des Ministeriums derzeit bei Ahrenshoop und seeseitig der Rostocker Heide statt. Insgesamt würden fast 50 Buhnen erneuert. Darüber hinaus seien ab Herbst Aufspülungen bei Ahrenshoop sowie Buhnenbauarbeiten zwischen Dierhagen und Wustrow geplant. Ebenfalls ab Herbst solle der Polder Eisenhammer bei Greifswald renaturiert werden. Dabei handele es sich um einen Ausgleich für Eingriffe im Zuge des Ausbaus des dortigen Sturmflutschutzsystems.

Nach Angaben des Ministeriums sind die Ausgaben für den Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren gestiegen. Jährlich stünden etwa 18 Millionen Euro zur Verfügung, wobei die tatsächlichen Ausgaben etwa von Planungen, Genehmigungen und Baupreisen abhingen. Vergangenes Jahr habe man mit rund 23 Millionen Euro mehr Geld als ursprünglich geplant einsetzen können. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel rechnet das Ministerium für die Zukunft mit deutlich erhöhtem Aufwand für den Küstenschutz. Die Küstenländer hätten den Bund, der den größeren Teil der Kosten trägt, um eine Aufstockung der Mittel gebeten. Dieser werde demnächst darüber entscheiden.

© dpa-infocom, dpa:210418-99-249151/3

Quelle: DPA

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