Von den Behörden angeordnet

Salzburger Lehrer müssen Corona-Fälle verschweigen

An Salzburger Schulen sind die Lehrer dazu angehalten, Coronainfektionen zu verschweigen.  (Symbolbild)
An Salzburger Schulen sind die Lehrer dazu angehalten, Coronainfektionen zu verschweigen. (Symbolbild)
© dpa, Frank Molter

23. Oktober 2020 - 10:13 Uhr

Coronafälle im Klassenzimmer werden verschwiegen

Und plötzlich hängt da ein Zettel an der Schule: "Ab morgen Distance Learning". Die Gründe dafür dürfen Lehrer in Salzburg aber nicht nennen. Laut einer behördlichen Anordnung müssen sie Schülern und deren Eltern verschweigen, wenn es Coronafälle in der Schule gab, berichtet die österreichische "Kronen Zeitung". Jetzt laufen die Betroffenen Sturm.

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Lehrergewerkschaft bekommt bis zu 200 Beschwerden am Tag

Die Zahl der Lehrer, die sich über die Weisung der Behörden beschweren, wächst. Sigi Gierzinger ist Lehrergewerkschafter der Plattform "Transparenz Bildung". Er sagte der "Kronen Zeitung": "Bei mir haben sich bestimmt schon zwischen 20 und 30 Lehrer gemeldet, die mir von solchen internen Weisungen an den Schulen berichtet haben." Bei ihm kämen täglich Beschwerden von 100 bis 200 Lehrern und Eltern an.

"Wir haben heute über Umwege erfahren, dass wir ein positiv getestetes Kind in einer Klasse haben. Der Direktor hat uns das absichtlich - auf Anordnung der Behörde - verschwiegen. Ich bin empört!", soll ihm ein Lehrer gesagt haben, der lieber anonym bleiben möchte.

Bildungsrätin soll schuld sein

In der Kritik steht jetzt die österreichische Bildungsrätin Maria Hutter. Sie soll für das Durcheinander und die Verunsicherung bei Lehrern, Schülern und Eltern verantwortlich sein, so heißt es in dem Bericht. "Die Landesrätin hat es komplett verschlafen, ein Konzept für den Herbst zu erarbeiten", kritisiert SPÖ-Klubvorsitzender Michael Wanner darin. Man fordere nun eine Hotline, durch die ein besseres Betreuungsangebot geschaffen werden solle.

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