Sahra Wagenknecht will Linksruck herbeiführen – Sammlungsbewegung "Aufstehen" ins Leben gerufen

03. August 2018 - 22:47 Uhr

Linke Sammlungsbewegung geht an der Start

Dem Rechtruck entgegenwirken und mehr Wähler für die linke Sache gewinnen – das ist das Ziel der neuen Sammlungsbewegung "Aufstehen", die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht ins Leben gerufen hat. Teil des Vorhabens ist es auch, eine Gegenbewegung zur AfD zu bilden. Denn die gewinnt den Volksparteien laut einer von RTL in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage weiter Wähler ab und wäre aktuell drittstärkste Kraft.

Wagenknecht will Volksparteien Stimmen abjagen

Die Union aus CDU und CSU verliert demnach einen Prozentpunkt, die SPD bleibt bei 18 Prozent. Auch die AfD bleibt konstant: Laut der Umfrage käme sie aktuell auf 14 Prozent und wäre damit drittstärkte Kraft im Bundestag. Danach folgen die Grünen mit 13 Prozent, die FDP kann sich um einen Punkt auf 10 Prozent verbessern. Schlusslicht ist die Linke, die weiterhin bei neun Prozent liegt.

Doch das soll sich jetzt ändern. Und ein erster Schritt ist die schon seit Monaten von Sarah Wagenknecht umworbene linke Sammelbewegung. Seit dieser Woche hat sie auch einen Namen: "Aufbruch". Dabei handelt es sich keinesfalls um eine neue Partei, sondern um eine außerparlamentarische Bewegung. Ziel ist es vor allem, andere politische Mehrheiten möglich zu machen, um die Große Koalition abzulösen. Dann soll eine neue Regierung mit sozialer Agenda möglich werden. Zum einen erhofft sich Wagenknecht, unzufriedene Wählen von SPD und Grünen abzuwerben, zum anderen wird ihr nachgesagt, auch im Revier der AfD wildern zu wollen.

Inwiefern die neue Sammelbewegung dazu beitragen kann, muss sich noch zeigen. Die Zahl der prominenten Unterstützer hält sich bisweilen jedenfalls auch in der eigenen Partei noch in Grenzen. Der prominenteste Linke Gregor Gysi hatte sich bereits öffentlich von der Sammlungsbewegung distanziert. Die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger – ohnehin mit Wagenknecht überkreuz – lehnen das Projekt strikt ab. Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch hingegen glaubt an das Potenzial der Bewegung, die Linke insgesamt stärken zu können.