Größte Staubwolke seit 50 Jahren

Sahara-Staub: Gigantische Godzilla-Wolke erreicht die USA

29. Juni 2020 - 20:58 Uhr

Riesige Staubwolke erreicht nach Karibik nun das amerikanische Festland

Eine dichte Staubwolke, die zuletzt über der Karibik und Südamerika hing, hat nun das amerikanische Festland erreicht. 8.000 Kilometer hat sie von der Sahara kommend über den Atlantik zurückgelegt. Die NASA beobachtet seit Mitte Juni den Weg der Wolke aus dem All. Über mehr als 3.200 Kilometer ersteckte sie sich von der Westküste Afrikas bis an den Rand der Kleinen Antillen im westlichen Nordatlantik.

Größte Staubwolke seit 50 Jahren

Vergleicht man die gigantische Wolke mit Vorgängern anhand von Größe und Staubkonzentration, ist es die größte Staubwolke seit einem halben Jahrhundert. Daher wird auch von der "Godzilla"-Wolke gesprochen.

Sahara-Staub zieht über Atlantik June 26, 2020, Atlantic Ocean: NASA- s Suomi NPP satellite captured this visible image of the large light brown plume of Saharan dust over the North Atlantic Ocean. Experts have nicknamed the plume the Godzilla dust c
Aufnahme der NASA: Sahara-Staub zieht über Atlantik
© imago images/ZUMA Wire, NOAA via www.imago-images.de, www.imago-images.de

In der Karibik ist die Luft schlecht wie nie

Pablo Méndez Lázaro, Spezialist für Umweltgesundheit an der Universität in Puerto Rico, erklärte, dass die Bedingungen auf den karibischen Inseln gefährlich seien. Puerto Rico verbucht die höchste atmosphärische Aerosolkonzentration, die die Insel je gesehen hat. Die Luftqualität ist so schlecht, dass Menschen geraten wurde, in ihren Häusern zu bleiben. Die riesige Staubwolke kann Atem- und Allergiebeschwerden auslösen.

In Mexiko waren einige Regionen praktisch nicht zugänglich. Der Zivilschutz berichtet, dass die Wolke an einer Stelle über 30 Kilometer hoch war.

Ist der Klimawandel schuld?

Die extrem trockene Luft bewegt sich zwischen dem späten Frühjahr und dem Herbst etwa alle drei bis fünf Tage über den Nordatlantik. Daher sind solche Staubwolken laut Joseph Prospero, Atmosphärenwissenschaftler an der Universität Miami, keine Seltenheit. Die Ereignisse sind allerdings nie so intensiv wie jetzt. Noch ist unklar, ob zukünftige Klimaveränderungen wandernde Staubwolken beeinflussen werden.

Die Ergebnisse von Modellstudien sind bislang gemischt, einige gehen von einer zunehmenden Intensität aus, andere genau vom Gegenteil. Daher kann die Frage, ob die jetzige Wolke eine "meteorologische Anomalie" oder aber eine Auswirkung der Klimaerwirkung ist, noch nicht beantwortet werden.

Größte Staubquelle der Welt

Die Sahara ist mit neun Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste der Erde – dadurch auch die größte Staubquelle. Rund 500 Millionen Tonnen Staub wehen jedes Jahr in verschiedene Erdteile, auch nach Deutschland.