2019 M01 11 - 15:10 Uhr

Polizei wärmte das Baby, bis der Krankenwagen kam

In Kaufbeuren im Allgäu hat die Polizei ein Baby gerettet. Die Mutter lag betrunken im Schnee und hielt ihren frierenden Säugling im Arm. Anwohner entdeckten die beiden und verständigten die Polizei. Die Beamten fackelten nicht lange: Sie wärmten das Kind, bis der Krankenwagen kam.

"Das hätte auch völlig anders ausgehen können"

Wie lange Mutter und Kind schon draußen in der Kälte waren, bevor sie gefunden wurden, konnte Polizeisprecher Christian Eckel nicht sagen. Die Beamten wickelten das zitternde Baby in eine Polizeijacke und brachten es in den geheizten Streifenwagen, bis es von den Sanitätern versorgt werden könnte. "Nachdem es im warmen Rettungswagen noch eine Mütze aufgesetzt bekommen hatte, fiel es sofort in Schlaf", erklärte die Polizei in einer Mitteilung.

Die Frau war laut den Beamten "erheblich" alkoholisiert. Darum lag sie wohl auch hilflos im Schnee. Mutter und Kind wurden mit leichten Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht. Dorthin kam auch eine Vertreterin des Jugendamtes, um weitere Schritte zu prüfen. Denn eins ist klar: "Das hätte auch völlig anders ausgehen können", sagte der Polizeisprecher.

Das Jugendamt hat sich eingeschaltet

Dem Baby geht es inzwischen wieder gut, bestätigte das Jugendamt auf RTL-Anfrage. "Das Kind ist gesund und die Mutter auch", erklärte Werner Maurer vom Jugendamt Kaufbeuren. "Aufgrund der Schweigepflicht kann ich keine weiteren Aussagen treffen, außer der, dass das Jugendamt tätig ist."

In großen Teilen Bayerns hat es tagelang geschneit. Viele Gemeinden versinken im Schnee. In den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Dort packt jetzt sogar die Bundeswehr mit an, um den Schneemassen Herr zu werden. Viele Straßen und Bahnstrecken sind blockiert, Dächer und Bäume drohen, unter der Schneelast zusammenzubrechen.