Stalker zu 1 Jahr und 2 Monaten auf Bewährung verurteilt

Thomas H. ließ nicht von Opfer ab: "Ich liebe sie immer noch"

26. November 2020 - 17:08 Uhr

Täter gelobt Besserung

Erst war die Beziehung schön, dann wurde sie zur Odyssee. Thomas H. lässt nicht von seiner Ex Freundin ab. Drei Jahren waren sie zusammen, doch auch nach der Trennung verfolgt und bedroht er sie. Seine Begründung: "Ich liebe sie immer noch." Am Mittwoch wurde der Mann zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Er muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Im Interview mit RTL spricht der verurteilte Stalker und gelobt Besserung.

"Aufgeregt und aufgewühlt"

Noch vor Start des Prozesses treffen wir Opfer Conny S. Sie sitzt auf einer Bank vor dem Gerichtssaal, der Gesichtsausdruck starr. "Ich bin aufgeregt und aufgewühlt", sag sie. Gleich wird sie ihrem Peiniger begegnen. Drei Jahren lang war sie mit Thomas H. (36) zusammen. Dann soll er ihr gegenüber gewalttätig geworden sein – sie trennte sich. "Er hat mir gegenüber psychische und physische Gewalt ausgeübt."

Doch seitdem ist nichts wie es war. Ihr Ex lässt nicht von ihr ab. Dafür stand er am gestrigen Mittwoch vor Gericht. Im Gegensatz zu seinem Opfer schien er entspannt.

Conny S.: Er soll mich in Ruhe lassen

Als wir den verurteilten Stalker nach dem Urteil mit den Vorwürfen konfrontieren, zeigt er sich einsichtig: "Ich kann es bloß zugeben, aus meinen Fehlern lernen und es bereuen." Er habe immer noch den Kontakt zu Conny S. gesucht, weil er sie über alles liebe. Ihm sei bestätigt worden, dass es von ihrer Seite eigentlich noch genauso wäre… "Sie hat mir immer wieder Mut gemacht und mir immer wieder geschrieben und da habe ich gedacht, dass sie das Ernst meint", so der Verurteilte.

Conny S. sieht das anders. Sie hofft nach dem Urteil darauf, dass er ihr nicht weiter auflauert. "Dass er mich in Ruhe lässt und dort in der Gegend, wo ich wohne nicht mehr auftaucht", so das Opfer.

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Richter: Urteil als Warnung für Thomas H.

Die Worte von Richter Hartmut Meyer-Frey waren eindeutig. Zwar gibt er dem Angeklagten Recht damit, dass sich Conny S. deutlicher hätte von ihm distanzieren müssen, dennoch spricht er eine klare Verwarnung aus: "Frau S. War inkonsequent. Sie sagte nicht mal deutlich, lass mich in Ruhe. Aber Sie waren hartnäckig über einen langen Zeitraum Frau S. zu belästigen. Sie haben die Möglichkeit Ihre Handlungen zu verändern. Lassen Sie sich das Urteil als Warnung dienen. Das war ein Schuss vor den Bug. Wenn wieder etwas vorkommen sollte, muss Frau S. einen neuen Beschluss nach Gewaltschutzgesetz erwirken."

Im RTL-Interview gelobt Thomas H. Besserung und will Conny S. in Zukunft fernbleiben. Auch, wenn er sich wünscht, dass seine Liebe ihm persönlich sagt, dass sie ihn nicht mehr sehen möchte. Das soll sie bislang nicht deutlich getan haben.