Fackel-Marsch in Sachsen

Corona-Leugner belagern Privathaus von Gesundheitsministerin

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD)
© deutsche presse agentur

05. Dezember 2021 - 12:07 Uhr

Fackelmarsch zum Haus der SPD-Ministerin Petra Köpping

Bedrohliche Szenen aus Grimma: Mit brennenden Fackeln sind am Freitagabend Corona-Leugner zum Haus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) marschiert. Videos auf Twitter zeigten eine Gruppe von Menschen, die vor dem dem Haus der Ministerin in Grimma steht und immer wieder "Friede, Freiheit, keine Diktatur" skandiert. Von der Polizei fehlt auf den Videos jede Spur.

Corona-Leugner skandieren: "Friede, Freiheit, keine Diktatur

Der selbsternannte "Bürger-Protest" mit Trommeln, Trillerpfeifen und brennenden Fackeln der circa 30 bis 40 Querdenker vor dem Haus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping wirkt insgesamt bedrohlich.

Zu weiter führenden Ausschreitungen sei es jedoch nicht gekommen, so die Polizei auf RTL-Anfrage. Mittlerweile soll sich die Lage wieder beruhigt haben. "Zum Einsatz kamen die Kräfte aus dem lokalen Polizeirevier und ein Einsatzzug aus Leipzig", erklärte Polizeisprecherin Maria Benndorf gegenüber RTL. "Die Polizei hält die Lage vor Ort mit Streifen im Auge", so die Sprecherin weiter.

Wie die Polizei auf RTL-Anfrage weiter erklärte, sollen die Menschen vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin versucht haben, sich "fluchtartig" zu entfernen als die Polizei eintraf.

25 Identitäten stellte die Polizei dennoch fest, wie die Ermittler auf Twitter verkündeten. "Es wird wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und die Corona SchutzVerordnung ermittelt", so die Sprecherin weiter zu RTL.

Die Ministerin bezeichnete die Fackel-Proteste vor ihrem Haus auf RTL-Anfrage als "widerwärtig und unanständig". "Sachliche Kritik an den Corona-Massnahmen ist völlig legitim. Ich bin immer gesprächsbereit", erklärte sie. Doch der Aufmarsch vor ihrem Haus sei kein Protest gewesen, "sondern organisierte Einschüchterungsversuche von Rechtsextremisten und Verschwörungsgläubigen", ist sie überzeugt. Sie gab sich kämpferisch und kündigte an, sich nicht einschüchtern zu lassen. "Denn es geht bei der derzeit notwendigen Bekämpfung der Corona-Pandemie um Menschenleben", so Köpping.

Sachsen: Jusos sind "entsetzt"

Derweil zeigen sich die Jusos in Sachsen geschockt: "Wir sind entsetzt von den Geschehnissen in Grimma." Hier zeige sich die Gefahr durch "Querschwurbler", so die SPD-Jugendorganisation auf Twitter weiter "Vollste Solidarität auch von uns mit Petra Köpping".

Immer wieder Sachsen

Erst Anfang des Jahres hatten Corona-Leugner das Haus von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Großschönau belagert. Der Politiker suchte damals den Dialog, sprach mit den Querdenkern an seinem Gartenzaun.

Dass Corona-Leugner kein Halt machen und nun erneut zum Privathaus eines Ministers marschieren, sollte für die Polizei also nichts Neues sein. Warum auf den Video-Aufnahmen keine Polizei zu sehen ist, bleibt zunächst unklar. (kra)