28. August 2015 - 13:12 Uhr

Grund für diese Maßnahme ist angeblich Fluchtgefahr

In Sachsen-Anhalt sollen abgelehnte Asylbewerber ab sofort ohne Ankündigung abgeschoben werden. Das Innenministerium des Landes hat einen Erlass an die zuständigen Ausländerbehörden weitergereicht, um die Abschiebepraxis zu ändern. Das berichtete die 'Mitteldeutsche Zeitung'.

Grund für diese Maßnahme ist angeblich Fluchtgefahr. Das Ministerium will Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, grundsätzlich ohne Vorwarnung abschieben, um zu verhindern, dass die Betroffenen untertauchen. Nur in besonderen Härtefällen seien Ausnahmen von dieser Praxis möglich, teilte das Ministerium mit.

So sollen die Menschen schneller zurück in ihre Heimat gebracht werden. Wenn der Termin der Abschiebung bekannt sei, würden die Asylbewerber regelmäßig untertauchen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Zeitung.

Ein Landtagsabgeordneter der Grünen bezweifelte diese Aussage. Er glaubte nicht, dass sich viele der Abschiebung entziehen würden. Der Innenminister sagte hingegen dem Sender 'MDR', dass sich zurzeit eine große Zahl Ausreisepflichtiger in Sachsen-Anhalt befände. Darum wollte das Ministerium auf die aktuelle Situation mit der neuen Regelung reagieren.