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Appell zu politischer Neutralität in Praxen

Sächsische Ärztekammer warnt vor Corona-Leugnern unter Ärzten

Die Sächsische Landesärztekammer macht mit einer Pressemitteilung auf ein Problem mit Corona-Leugnern unter praktizierenden Ärzten aufmerksam.
Die Sächsische Landesärztekammer macht mit einer Pressemitteilung auf ein Problem mit Corona-Leugnern unter praktizierenden Ärzten aufmerksam.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve jhe fux fie fdt

11. Dezember 2020 - 11:59 Uhr

Wenn der Doktor keine Maske trägt

Gerade Ärzte sollten wissen, wie wichtig es in Zeiten einer Pandemie ist, eine Maske zu tragen und die Hygienemaßnahmen zu befolgen. Doch auch unter Medizinern gibt es schwarze Schafe. Das wird zumindest deutlich, wenn man sich den Appell der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK) zu Herzen nimmt. Denn zehn bis 20 der in Sachsen niedergelassenen Ärzte zählen selbst zu den Corona-Leugnern und gefährden mit der Verweigerung der Maskenpflicht und dem Propagieren von Corona-verleugnendem Informationsmaterial die politische Neutralität in Arztpraxen. Das erklärt Knut Köhler, der Sprecher der SLÄK, gegenüber RTL.

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Medizinische Querdenker über ganz Sachsen verteilt

Hinzu kommen weitere 20 bis 30 Ärzte, die dadurch aufgefallen seien, Gefälligkeitsatteste zur Befreiung der Maskenpflicht auszustellen. Insgesamt seien es also 40 bis 50 Corona-Gegner, -Leugner und Aussteller von Gefälligkeitsattesten. Diese Querdenker, die die SLÄK vor Herausforderungen stellen, stammen laut Knut Köhler nicht aus einer speziellen Fachrichtung oder Region, sondern seien über das ganze Bundesland verteilt. Erst kürzlich wurden die Corona-Maßnahmen in Sachsen verschärft, da sich das Bundesland zum Corona-Hotspot gemausert hat.

Knut Köhler spricht von einer massiven Belastung des Arzt-Patienten-Verhältnisses. Eine Belastung, die die Ärztekammer so nicht weiter dulden kann und mit einer Pressemitteilung auf die Pflichten von praktizierenden Medizinern hinweist: "Ein Arzt hat seine Tätigkeit an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten, den Infektionsschutz und die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in der Praxis umzusetzen. Dazu sind die einschlägigen Rechtsvorschriften zu beachten. Außerdem sollte in der Arztpraxis politische Neutralität gewahrt werden."

Verstoß gegen Corona-Schutzverordnung = Verstoß gegen ärztliche Berufsordnung

Ein Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung sei auch ein Verstoß gegen die ärztliche Berufsordnung und müsse im Ernstfall an das Gesundheitsamt weitergeleitet werden. Immerhin würde so das mit dem Ärzteberuf einhergehende Vertrauen gefährdet werden. Auch wenn politische Ansichten nichts in der Arztpraxis zu suchen haben wird zwischen zwei Fällen unterschieden: Äußerungen im Patientengespräch oder das Auslegen entsprechender Info-Materialien. Ersteres habe einen viel stärkeren Einfluss auf die Patienten und bringe "erhebliche berufsrechtliche Bedenken" hervor.

Knut Köhler empfiehlt: Sollte Ihnen etwaiges Verhalten in Ihrer Arztpraxis auffallen, wenden Sie sich mit Ihren Hinweisen an das zuständige Gesundheitsamt oder die jeweilige Landesärztekammer.

Im Video: Arzt von Corona-Leugnern bedroht

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