Saarland: Trotz hoher Corona-Zahlen keine 15-Kilometer-Regel

13. Januar 2021 - 19:21 Uhr

Trotz hoher Corona-Infektionszahlen im Saarland tritt die 15-Kilometer-Regel zur Beschränkung von touristischen Ausflügen vorerst nicht in Kraft. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend in Saarbrücken mit. Aufgrund von Meldeverzögerungen für den Regionalverband Saarbrücken und einem eingrenzbaren Clustergeschehen im Landkreis Saarlouis werde in beiden Kreisen auf die vorübergehende Einführung der Radiusregelung verzichtet.

Dies geschehe in Einvernehmen mit den Gesundheitsämtern. Im Saarland greift die 15-km-Regel eigentlich, wenn die Inzidenz für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über dem Wert von 200 liegt - und zwar an drei Tagen in Folge. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag der Regionalverband Saarbrücken am Mittwochmorgen bei rund 252, der Kreis Saarlouis bei rund 201. Während der Grenzwert von 200 im Regionalverband Saarbrücken am Mittwoch bereits am dritten Tag überschritten wurde, war dies im Kreis Saarlouis erst am zweiten Tag der Fall.

Die Entscheidung für den Regionalverband Saarbrücken begründe sich in der fehlerhaften Darstellung der Inzidenzwerte beim RKI, erklärte das Ministerium. Wegen der Umstellung auf eine Software habe es Nachmeldungen von Coronafällen gegeben. Die aktuelle Inzidenzrate betrage daher nur rund 171. Im Kreis Saarlouis habe es fünf Corona-Ausbrüche in Altenheimen gegeben, die "lokal begrenzt und zudem räumlich abgeschottet" seien.

Quelle: DPA