Saarland plant repräsentative Studie zu Corona-Antikörpern

13. Juli 2020 - 14:30 Uhr

Bei einer repräsentativen Stichprobe sollen in den nächsten Wochen rund 2300 Menschen im Saarland auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet werden. "Erstmals soll am Beispiel eines Flächenbundeslandes gezeigt werden, wie stark sich das neue Coronavirus verbreitet hat und wie hoch die Rate der bislang unentdeckten Infektionen ist, bei denen Betroffene keine oder nur leichte Krankheitssymptome wahrgenommen haben", teilte die Universität des Saarlandes in Saarbrücken am Montag mit.

Die Studie werde vom saarländischen Gesundheitsministerium finanziert und von Direktorin Sigrun Smola vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum geleitet, hieß es. "Wir wollen herausfinden, wie viele Saarländer bereits Kontakt mit dem Sars-CoV-2-Virus hatten und dagegen Antikörper entwickelt haben. Daraus wollen wir Rückschlüsse ziehen, wie hoch die Dunkelziffer der Infizierten in der saarländischen Bevölkerung ist", sagte Smola der Mitteilung zufolge.

Die Virologin und ihr Team wollen den weiteren Verlauf der Pandemie engmaschig begleiten. Demnach reichen die wissenschaftlichen Kenntnisse derzeit nicht aus, um mit Sicherheit sagen zu können, ob ein Mensch mit Antikörpern im Blut immun gegen das Coronavirus ist.

Um die Zahl von 2300 Teilnehmern zu erreichen, sollen 5000 Saarländerinnen und Saarländer angeschrieben werden, die über das Einwohnerregister zufällig ausgewählt worden seien, hieß es. "Diese Personen werden darum gebeten, sich an der Studie zu beteiligen und sich in einer der vorgegebenen Arztpraxen Blut entnehmen zu lassen", sagte Smola. "Sie müssen zudem den Fragebogen ausfüllen - das geht auch in einem Online-Formular - und eine Einverständniserklärung unterzeichnen." Bis in den Herbst wollen Virologen in Homburg die gesamten Testreihen der repräsentativen Stichprobe auswerten.

Quelle: DPA