Saar-Kliniken: "Wir brauchen dringend Schutzmasken"

Ein Apotheker hält in einer Apotheke eine FFP2 Atemschutzmaske. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
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20. März 2020 - 14:31 Uhr

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Patienten bemühen sich die saarländischen Kliniken derzeit intensiv um Nachschub bei Schutzkleidung für Ärzte und Pflegekräfte. Vor allem Schutzmasken würden knapp, sagte der Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, Thomas Jakobs, am Freitag in Saarbrücken. Es gebe "eine Reihe von Krankenhäusern, die nur noch Vorräte für vier, fünf, sechs Tage" hätten. "Wir warten dringend darauf, dass wir vom Bundesgesundheitsministerium die versprochenen Ausrüstungen, vor allem Schutzmasken, bekommen", sagte Jakobs.

"Die Versorgungslage ist äußerst angespannt." Auf dem regulären Markt sei Schutzkleidung nicht zu bekommen. Daher suche man auch nach einer Firma, die Schutzmasken herstellen könnte - möglicherweise auch solche, die man kochen und wiederverwerten könnte. "Das Problem ist, dass die Vorräte drohen, zur Neige zu gehen. Und das jetzt, bevor die Welle wirklich kommt", sagte er. "Das ist eine große Not, die wir haben." Man gehe derzeit davon aus, dass sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen alle 2,2 bis 2,5 Tage verdoppele. "Das Schlimmste steht uns noch bevor."

Die Personaldecke sei dünn. Am Freitag sei daher ein Aufruf gestartet worden, dass sich Personen melden sollten, die "irgendwann mal eine medizinische, pflegerische oder ärztliche Ausbildung gemacht haben". Personen, die in den Ruhestand gegangen seien, hätten sich bereits zu erneuten Dienste bereiterklärt. Zur Krankenhausgesellschaft gehören 22 Kliniken mit 15.000 Beschäftigten. Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" (Freitag) über die Lage an den Kliniken berichtet.

Jakobs sagte, man müsse angesichts der angespannten Personallage auch darüber nachdenken, ob künftig nicht auch infizierte Ärzte und Pfleger ohne oder mit milden Symptomen weiter arbeiten könnten, um ausschließlich infizierte Patienten zu versorgen. "Das wäre eine Möglichkeit, von der wir im Moment aber noch weit entfernt sind."

Quelle: DPA