Russland verbietet Scientology-Schriften von Hubbard

14. Februar 2016 - 13:12 Uhr

Russland hat einzelne Schriften der umstrittenen Organisation Scientology als extremistische Literatur eingestuft und damit verboten. Die Werke des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard stünden nun auf dem Index, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau mit. Die Texte seien darauf gerichtet, eine isolierte soziale Gruppe zu bilden, die gegen den Rest der Welt kämpfe, begründete die Behörde ihre Entscheidung.

In Hubbards Werken gebe es "erniedrigende Charakterisierungen, Ablehnung und negative Einstellungen gegenüber Menschen und ihrer Zugehörigkeit zu einer sozialen Schicht", heißt es in einem Expertengutachten, aus dem die Behörde zitierte. Nach Medienberichten erfolgte die Prüfung, nachdem das Justizministerium in Moskau im Frühjahr Hubbards Werke zunächst vom Index genommen hatte. Scientology in Russland hatte demnach argumentiert, dass die Werke seit 60 Jahren im Umlauf und heute in 165 Ländern erhältlich seien. In Deutschland steht die Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, seit Jahren unter staatlicher Beobachtung. Die Bundesregierung sieht die Organisation nicht als Religionsgemeinschaft an. Sektenexperten werfen Scientology vor, ihre Anhänger psychisch und finanziell abhängig zu machen. Hubbard (1911-1986) hatte die Organisation 1954 in den USA ins Leben gerufen.