Massive Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten

Russland: Mehr als 4.000 Festnahmen bei Nawalny-Protesten

Nawalny-Proteste in Russland
Nawalny-Proteste in Russland
© dpa, Valentin Egorshin, nwi

31. Januar 2021 - 19:55 Uhr

Kampf für Nawalny und gegen Korruption, Unterdrückung und Justizwillkür

Bei neuen Massenprotesten in Russland gegen die Inhaftierung des Kremlkritikers Alexej Nawalny sind am Sonntag Menschenrechtsaktivisten zufolge mehr als 4.000 Menschen festgenommen worden. Friedliche Demonstranten seien mit Elektroschockern attackiert worden, mussten ihre Unterwäsche ausziehen und ihre Habseligkeiten abgeben.

Aktionen in rund 100 russischen Städten

Allein in der Hauptstadt Moskau wurden dem Portal Owd-Info zufolge weit mehr als 1.000 Demonstranten festgesetzt. Mehr als 860 Festnahmen listete das Portal für St. Petersburg im Norden des Landes auf. In mehr als 50 Städten wurden demnach Festnahmen registriert – insgesamt etwa so viele wie bei den Demonstrationen vor einer Woche.

Menschenrechtler kritisierten erneut massive Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten. In Moskau und St. Petersburg setzten die Sicherheitskräfte demnach Elektroschocker ein. Zudem seien in der Hauptstadt 31 Menschen in einem viel zu engen Gefangentransporter eingesperrt worden. In Kasan etwa 700 Kilometer östlich von Moskau hätten festgenommene Studenten ihre Unterwäsche ausziehen und Handys sowie ihre Habseligkeiten abgeben müssen.

Nawalnys Team: Aktionen in rund 100 Städten

31.01.2021, Russland, Moskau: Polizisten in Schutzkleidung blockieren Demonstranten den Weg bei einem Protest gegen die Inhaftierung des Kremlkritikers Nawalny. Tausende von Menschen gingen in ganz Russland auf die Straßen um die Freilassung Nawalnys
Polizisten in Schutzkleidung blockieren Demonstranten den Weg bei einem Protest gegen die Inhaftierung des Kremlkritikers Nawalny. Tausende von Menschen gingen in ganz Russland auf die Straßen um die Freilassung Nawalnys zu protestieren.
© dpa, Alexander Zemlianichenko, AZ mbu

Nach Angaben von Nawalnys Team gab es am Sonntag landesweit in rund 100 Städten Aktionen für eine Freilassung des Oppositionellen. Die Menschen protestierten aber auch gegen Korruption, Justizwillkür und die Unterdrückung Andersdenkender unter Präsident Wladimir Putin.

Nawalny war vor genau zwei Wochen direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland an einem Moskauer Flughafen verhaftet worden, wo er sich fünf Monate lang von einem Giftanschlag erholt hatte. Der 44-Jährige macht Präsident Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für das Verbrechen verantwortlich. Putin und der FSB wissen das zurück.