Russland liefert mitten in Kältewelle weniger Gas

14. Februar 2016 - 13:08 Uhr

Inmitten der heftigen Kältewelle hat Russland seine Gaslieferungen an Europa nach Angaben von Abnehmern drastisch verringert. Der österreichische Energiekonzern OMV teilte mit, in Österreich kämen derzeit 30 Prozent weniger Erdgas an als sonst. Der russische Staatskonzern Gazprom zeigte sich überrascht und wies die Anschuldigungen zurück. "Mitten in einem harten Winter in Russland und Europa hat unser Unternehmen die maximalen Gaslieferungen nicht nur in europäische Länder (...) erhöht", sagte Gazprom-Vize Alexander Medwedew nach Konzernangaben.

Italien warf Russland nach Angaben der Agentur Interfax vor, 20 Prozent weniger Gas geliefert zu haben. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei, wie die Moskauer Wirtschaftszeitung 'Wedomosti' schrieb. Bereits zuvor hatten Medien berichtet, der russische Energieriese liefere weniger Gas als vereinbart, um die höhere Nachfrage auf dem heimischen Markt zu bedienen. Gazprom hatte dies ebenfalls zurückgewiesen.

Die betroffene Leitung führe durch die Ukraine und die Slowakei und versorge ebenso Italien, berichtete OMV. Der Konzern betonte, es werde keine Probleme geben, durch "eine starke Inlandsproduktion und strategische Speichervorräte" könnten die fehlenden Gasmengen ersetzt werden.