Russland: Greenpeace-Aktivisten Arctic 30 winkt die Freiheit

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Das verabschiedete Amnestiegesetz für Häftlinge in Russland könnte für die Arctic 30 der Schlüssel zur Freiheit sein.
REUTERS, HANDOUT

"Das ist der Tag, auf den wir gewartet haben"

Die 30 in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten können auf ihre baldige Freilassung hoffen. Moskau hat die Vorwürfe gegen die Umweltschützer, die gegen geplante Bohrungen in der Arktis protestiert hatten, fallen gelassen. Bisher seien die Anschuldigungen gegen 19 Aktivisten zurückgenommen worden, in Kürze sollen dann alle entlastet werden, so Greenpeace.

Damit können die Umweltschützer das Land verlassen, sobald sie Ausreise-Visa erhalten. "Das ist der Tag, auf den wir gewartet haben, seitdem unser Schiff vor fast drei Monaten von bewaffneten Einheiten gestürmt wurde", sagte Kapitän Peter Willox.

Die 28 Aktivisten und zwei Journalisten wurden nach einem friedlichen Protest an einer Gazprom-Ölplattform vor drei Monaten in der Arktis festgenommen und zwei Monate in Untersuchungshaft festgehalten. Ihnen drohten wegen des Vorwurfs des Rowdytums Haftstrafen bis zu sieben Jahren.

Die Arctic 30 sind in den vergangenen Monaten weltweit unterstützt worden. In 46 Ländern kam es in 150 Städten zu rund 860 Protestaktionen. Fast drei Millionen Menschen haben für die Arctic 30 Protestmails an russische Botschaften gesendet. Angela Merkel, David Cameron, François Hollande, Ban Ki-moon, Dilma Rousseff und Hillary Clinton setzten sich für die Arctic 30 ein.

EU-Parlamentarier äußerten offiziell Kritik an den Anschuldigungen gegen die Umweltschützer. Elf Träger des Friedensnobelpreises - unter ihnen Erzbischof Desmond Tutu - unterstützten die Arctic 30 in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Träger des "Alternativen Nobelpreises" und Mitglieder des World Future Council nannten den Protest der Arctic 30 einen "Dienst an der Menschheit".

In den vergangenen Tagen waren der Regierungskritiker und Ex-Unternehmer Michail Chodorkowski sowie die Sängerinnen der Band Pussy Riot im Rahmen einer Amnestie zum 20. Jahrestag der Verfassung freigekommen. Regierungskritiker sehen die Amnestie als Versuch Putins, vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi Kritiker im Westen zu besänftigen.