Russland-GP: Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton - "Nichts für Feiglinge"

27. April 2017 - 12:50 Uhr

Australien, China, Bahrain und nun vor den schneebedeckten Bergen des Nordkaukasus: Auch Sotschi hat sich für das Duell der Formel-1-Giganten zwischen Ferrari-Star Sebastian Vettel und Sternenkrieger Lewis Hamilton herausgeputzt. "Eine Schlacht", prophezeit der britische "Guardian", nichts für "Feiglinge".

Vettel hat in Sotschi etwas gut zu machen

Sieben Punkte trennen Vettel von Hamilton vor dem Rennen in Russland. Siegt Hamilton vor Vettel wie in China, wären beide wieder punktgleich. Triumphiert Vettel, baut er seinen Vorsprung auf mindestens 14 Punkte aus.

Allerdings: Gewinnen konnte der 29 Jahre alte Deutsche im Gegensatz zum 32 Jahre alten Briten noch nie auf dem Sochi Autodorm. Vettels Bilanz ist eher ernüchternd: Platz zwei 2015, ansonsten Achter bei der Premiere 2014 noch im Red Bull und ausgeschieden im Ferrari im vergangenen Jahr in der ersten Runde.

Kommt Präsident Putin?

​Hamilton gewann die ersten beiden Auflagen und wurde vor einem Jahr Zweiter hinter Nico Rosberg. Von den bisher gefahrenen 159 Rennrunden auf dem 5,848 Kilometer langen Kurs führte Hamilton 100 an, Rosberg den Rest.

Ob Russlands Präsident Wladimir Putin erneut zu dem Rennen im Kurort am Schwarzen Meer reist, ist noch offen. Eine Bestätigung für einen Besuch gibt es bisher nicht. Kommt er, könnte er vielleicht den ersten Nicht-Mercedes-Sieg in seinem Reich sehen.

Wie wichtig das Duell der beiden höchst dekorierten Piloten - vier Titel und 44 Siege für Vettel, drei Titel und 54 Siege für Hamilton - für die Königsklasse des Motorsports ist, weiß auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Es ist sehr gut, dass die Leute positiv über die Formel 1 sprechen. Das enge Duell zwischen Ferrari und Mercedes interessiert die Fans sehr", sagt er. Das Zuschuerintresse belegt das.

Aus der drei Jahre währenden Team-Meisterschaft um den WM-Titel ist ein Duell mit einem Konkurrenten geworden. Aber nicht mit irgendeinem: es ist Ferrari. Die Marke mit dem Mythos. Das Team, mit dem Michael Schumacher fünfmal in Serie die WM gewann und zum Rekordchampion wurde.

Es sei auch für sie interessant, betont Wolff mit Blick auf den jetzigen Zweikampf. "Dafür bestreiten wir Rennen. Wir sind Racer und wir wachsen mit dem Gegner und dem Duell." Ein Sieg über einen Ferrari-Rennstall auf Augenhöhe würde einen Triumph am Saisonende noch größer machen. Allerdings droht diesmal in der PR-perfekten PS-Show auch eine Niederlage.