Russischer Raketendeal mit Syrien: Netanjahu reist nach Moskau

14. Februar 2016 - 19:22 Uhr

Nach Berichten über einen russischen Raketendeal mit Syrien reist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Kürze nach Moskau. Der israelische Rundfunk meldete am Sonntag, Netanjahu wolle Präsident Wladimir Putin von der Lieferung mehrerer Abwehrsysteme vom Typ S-300 abbringen. Ein israelischer Regierungsvertreter bestätigte die in den kommenden Tagen erwartete Reise, wollte sich jedoch nicht zu den Gesprächsinhalten äußern.

Der israelische Energieminister Silvan Schalom sagte, die Lieferung solcher Raketen an Syrien würde das Kräfteverhältnis in der Region entscheidend verändern. Besonders sorge man sich über die Möglichkeit, dass die Waffen in die Hände der libanesischen Hisbollah fallen könnten. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte am Donnerstag gesagt, Syrien habe seiner Organisation die Lieferung moderner Waffen zugesagt. Man wolle Syrien dabei helfen, die seit 1967 von Israel besetzten Golanhöhen zurückzuerobern.

Das 'Wall Street Journal' hatte berichtet, Israel habe die USA vor russischen Raketenlieferungen an das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad noch in diesem Jahr gewarnt. Russland hat betont, dass laufende Verträge erfüllt würden. Grundlage des Deals soll laut den Berichten eine Vereinbarung zwischen Moskau und Damaskus von 2010 sein.