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Russischer Mönch soll zum Selbstmord angestiftet haben

Festnahme im Kloster

Russischer Mönch soll zum Selbstmord angestiftet haben

Mönch Sergij in Russland festgenommen Er soll Jugendliche zum Suizid angestiftet haben
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Er soll Jugendliche zum Suizid angestiftet haben
Mönch Sergij in Russland festgenommen

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Besetztes Frauenkloster gestürmt

Er leugnete Corona, wurde suspendiert und kaperte dann ein Frauenkloster: In Russland hat ein ehemaliger Mönch namens Sergij (mit bürgerlichem Namen Nikolai Romanow) bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt, nun ist er in einer aufsehenerregenden Aktion festgenommen worden. Bewaffnete Sicherheitskräfte hätten in der Nacht zum Dienstag das Kloster unweit der Großstadt Jekaterinburg östlich des Uralgebirges gestürmt, berichteten lokale Medien unter Berufung auf Ermittler.

Vorwürfe wegen Kindesmisshandlungen

ARCHIV - 17.06.2020, Russland, Sredneuralsk: Vater Sergij (2.v.r), Mönch aus Russland, spricht mit Journalisten. In Russland hat ein ehemaliger Mönch namens Sergij bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt, nun ist er in einer aufsehenerregenden Akti
Der umstrittene Geistliche (rechts) hatte im Frühjahr landesweit für Aufsehen gesorgt, als er Corona als „Pseudo-Pandemie“ bezeichnete und trotz Verbots Gottesdienste abhielt.
AZ lix, dpa, Vladimir Podoksyonov

Die Polizisten zerstörten demnach bei der Suche nach dem 65-Jährigen Teile der Kloster-Einrichtung, es gingen Fenster zu Bruch. Mehrere Nonnen wurden leicht verletzt. Auch einige Anhänger des exkommunizierten Geistlichen seien festgenommen worden. Ein Gericht in Moskau ließ ihn nun vorläufig für zwei Monate festnehmen.

Einer der Hintergründe der Festnahme: Ein Video, in dem zu sehen ist, wie der orthodoxe Geistliche seine Anhänger ermutigt, „für Russland zu sterben“. Nach Angaben einer Anwältin wird dies als Anstiftung zum Suizid gewertet. Der für Kinderrechte zuständige Ombudsmann der Region hatte sich an die Staatsanwaltschaft gewandt, weil bei der Predigt auch Minderjährige dabei gewesen sein sollen. Mehrere Medien berichten außerdem von Vorwürfen, wonach in dem Kloster Kinder gequält worden seien.

Corona-Pandemie geleugnet

Der umstrittene Geistliche hatte im Frühjahr landesweit für Aufsehen gesorgt, als er Corona als „Pseudo-Pandemie“ bezeichnete und trotz Verbots Gottesdienste abhielt. Die Kirche erteilte ihm daraufhin Predigtverbot, an das er sich aber nicht hielt. Später vertrieb Sergij die Oberin des Frauenklosters Sredneuralsk, das er einst mitgegründet hatte, und verschanzte sich dort zusammen mit seinen Anhängern. Im September wurde er von der Kirche exkommuniziert.