Rund 80 Hinweise zu mutmaßlicher Serie von Vergewaltigungen

Ein Polizeiauto fährt mit Blaulicht über eine Straße. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild
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09. Juli 2020 - 15:12 Uhr

Zu der mutmaßlichen Serie von Vergewaltigungen in Berlin und Brandenburg geht die Polizei Informationen aus der Bevölkerung nach. Bei den Ermittlern seien rund 80 Hinweise von Bürgern eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag auf Anfrage. Am Mittwoch hatten die Ermittlungsbehörden Aufnahmen in relativ guter Qualität von einem Bahnsteig in Bernau (Barnim) veröffentlicht, die den mutmaßlichen Serientäter zeigen sollen. Am Donnerstagnachmittag wurde davon ausgegangen, dass der Mann weiter flüchtig ist.

Verhaltenshinweise an die Bevölkerung gab die Polizei in dem Fall bisher nicht. Angesichts der begangenen Taten sei aber davon auszugehen, dass der Gesuchte gefährlich ist, sagte der Sprecher. Ob ihn die öffentliche Suche beeinflusse - ihn etwa zum Aufhören oder zum Ausweichen auf andere Orte bringe - sei völlig offen.

Am Mittwochnachmittag sei ein Polizeihubschrauber im Grunewald zur Suche nach dem Mann eingesetzt worden, hieß es weiter. Über den Einsatz hatten zuvor mehrere Medien berichtet. Auch in den nächsten Tagen könnten Maßnahmen ergriffen werden, sagte der Sprecher - zu Zeit und Ort werde sich die Polizei vorab nicht äußern. Auch die Zahl der in dem Fall eingesetzten Kräfte wird nicht genannt.

Die Behörden rechnen dem Mann sieben Taten zwischen dem 12. und 30. Juni zu. Davon wurden fünf im Bereich des Grunewalds im Berliner Südwesten begangen und eine unweit davon im brandenburgischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark). Hinzu kommt ein Übergriff auf eine junge Frau in Bernau nordöstlich von Berlin. In mindestens fünf Fällen wurden die Opfer vergewaltigt, einmal blieb es beim Versuch.

Der Gesuchte soll etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,85 Meter groß und schlank sein. Die Videoaufnahmen vom Bahnsteig Bernau-Friedenstal zeigen einen Mann mit Glatze, der seinen Mundschutz unter dem Kinn trägt. In der RBB-Abendschau vom Mittwoch hatte ein Polizeisprecher berichtet, dass die Aufnahmen "glücklicherweise" zu diesem Zeitpunkt von einem Fahrkartenautomaten gemacht worden seien.

Quelle: DPA