Rund 4500 Jahre alte Gräber im Kalksteintagebau Förderstedt

17. September 2020 - 13:30 Uhr

Gräber, Grabhügel und Siedlungsgruben aus der Stein- und Bronzezeit haben Archäologen bei Förderstedt im Salzlandkreis entdeckt. Die sieben steinzeitlichen, rund 4500 Jahre alten Gräber hatten teilweise Steineinbauten und Grabbeigaben wie reich verzierte Gefäße, Feuersteinklingen und durchlochte Hundezähne, teilte das Landesmuseum Halle am Donnerstag mit. Die Gefäße zeigten Einflüsse der zur gleichen Zeit weiter im Norden beheimateten Schönfelder Kultur und wiesen damit auf einen Austausch zwischen beiden Kulturen hin, deren Verbreitungsgebiete sich an der Bode trafen.

Zudem wurden auf dem Areal zwei Grabhügel aus der mittleren Bronzezeit, etwa 3550 bis 3200 Jahre alt, entdeckt, hieß es weiter. Die Grabhügel hatten einen Durchmesser von jeweils 14 Metern. Im Inneren eines der Grabhügel wurde eine Zentralbestattung mit Steinplattenabdeckung freigelegt. In dem anderen Hügel stießen die Archäologen den Angaben zufolge auf fünf Körpergräber in Ost-West-Ausrichtung. Drei dieser Gräber enthielten als Bronzebeigaben Arm- und Beinschmuck sowie kleine Spiraldrahtringe.

Außerdem gab es ein Brandgrab aus der späten Bronzezeit, vor etwa 3200 bis 2750 Jahren, und 22 Siedlungsgruben unklarer Zeitstellung. Die Grabungen erfolgten im Vorfeld der Erweiterung des Kalksteintagebaus Förderstedt.

Quelle: DPA