Rummenigge verrät: Guardiola wollte nur zum FC Bayern

Pep Guardiola plant bei den Bayern keine große Revolution a la Louis van Gaal oder Jürgen Klinsmann.
Pep Guardiola plant bei den Bayern keine große Revolution a la Louis van Gaal oder Jürgen Klinsmann.
© dpa, Albert Olive

30. März 2013 - 18:43 Uhr

Die halbe Welt hat den Bayern zur Verpflichtung von Pep Guardiola gratuliert, doch die Münchner Verantwortlichen mussten gar nicht viel tun, um den Spanier an die Säbener Straße zu lotsen. Wie Karl-Heinz Rummenigge verriet, bettelte Guardiola fast um ein Engagement. "Ich wäre glücklich, wenn ihr mir das Vertrauen schenken würdet", zitiert der Bayern-Boss den neuen Coach.

Guardiola habe ihm und Präsident Uli Hoeneß in den Gesprächen vermittelt, dass er gerne kommen würde. Daher war es "gar nicht so irrsinnig schwierig, ihn zu überreden, im Gegenteil: Wir mussten ihm nicht zeigen, dass die Hechte im Bayern-Teich auch ganz schön mächtig sind", wird Rummenigge von der Münchner 'tz' zitiert.

Letztendlich habe den 42-Jährigen die Philosophie des Vereins überzeugt. "Er sagte das immer wieder: Ich habe volles Vertrauen in diesen Club, ich will unbedingt für diesen Club arbeiten", sagte Rummenigge über die Verhandlungen: "Die Kultur eines Clubs muss vom Trainer akzeptiert werden. Dazu ist er bereit. Er will und wird den FC Bayern nicht umkrempeln."

Dass Guardiola wie einst Louis van Gaal oder Jürgen Klinsmann eine Revolution des ganzen Vereins plant und eine ganze Gefolgschaft an Mitarbeitern mitbringt, ist deshalb auch ausgeschlossen. "Er will nichts an der Philosophie des FC Bayern ändern, denn er sagt, die Philosophie eines Vereins sei das A und O", berichtet Rummenigge: "Auch bei Fragen nach seinem Trainerstab sagte er: Wenn der FC Bayern über den oder den Mann sagt, der ist absolut top, dann vertraut er uns."

Lewandowski-Zukunft hängt wohl von Guardiola ab

Bleibt die Frage, ob Guardiola auch mit dem vorhandenen Spielermaterial zufrieden – Rummenigge zufolge schon. "Wie ich ihn verstanden habe, sieht er es nicht für notwendig, dramatisch einzukaufen. Sicherlich werden wir uns punktuell verstärken, das ist ja klar" – doch was ist punktuell?

Nicht erst seitdem bekannt ist, dass Guardiola neuer Bayern-Trainer wird, kursiert das Gerücht um Robert Lewandowski. Zwar hat der Pole bei Borussia Dortmund noch einen Vertrag bis 2014, doch es wird gemunkelt, dass die Münchner schon diesen Sommer zuschlagen. Er habe ein Arbeitspapier, das noch eineinhalb Jahre läuft, stellte Lewandowski in der 'Sport Bild' klar. Von "daher ist es klar, dass ich mir auch sehr gut vorstellen kann, nächste Saison weiter beim BVB zu spielen", sagt der 27-Jährige – aber meint er es auch so?

Lewandowski weiß, dass seine sportliche Zukunft auch in den Händen der Bayern liegt. Nur wenn die Münchner bereit sind, rund 30 Millionen Euro auf den Tisch zu legen, könnte der Stürmer wohl schon in diesem Sommer an die Säbener Straße wechseln.

Das hängt aber wohl von Guardiolas Planungen ab, der mit Mario Gomez und Mario Mandzukic schon zwei Topstürmer in seinen Reihen hat. Weitere Gespräche zwischen ihm und den Bayern-Bossen werden zeigen, ob er Lewandowski überhaupt haben will. Da passen dann auch die Worte von Rummenigge ins Bild: "Wir werden unsere Personalentscheidungen dieses Jahr aber sicher auch erst spät fällen."