Ein Drittel bereits zerstört

Rumänische Holz-Mafia bedroht Europas letzte Urwälder

03. Juli 2020 - 11:34 Uhr

Letztes Zuhause für Braunbären, Luchse und seltene Arten wird zu Geld gemacht

Viel echte Wildnis ist in Europa nicht mehr übrig. Bei Urwäldern denken viele Menschen sofort an den Amazonas. Aber auch bei uns gibt es unberührte und jahrhundertealte Wälder: In Rumänien reihen sich wie gemalt bis zu 400 Jahre alte Bäume aneinander.

Doch dieser idyllische Anblick ist bedroht. Sehen Sie im Video, wie die Holz-Mafia das letzte Zuhause für Braunbären, Luchse und unzählige seltene Insekten- und Pflanzenarten zu Geld macht.

Holz-Mafia tötete zwei Förster

Ein Drittel der Urwälder wurden bereits zerstört, denn das habgierige System der Holz-Mafia schlägt Profit aus der Natur. Die Undercover-Reportage eines rumänischen Journalisten zeigt, dass auch die Regierung daran mitverdient – trotz Klimakrise und Artensterben.

Die naturbelassene Vegetation verschwindet immer schneller, die Mafia zerstört ein Naturschutzgebiet nach dem nächsten. Bäume, die älter als 120 Jahre alt sind, werden ohne Skrupel gefällt. Dabei ignorieren sie nicht nur den Naturschutz, sondern auch die Menschenrechte: Polizisten und Umweltschützer wurden wiederholt zu Opfern körperlicher Gewalt. Ende letzten Jahres ermordete die Holz-Mafia sogar zwei Förster, weil sie die Holzfäller auf frischer Tat ertappten.

EU-Mitgliedschaft ist die Grundlage des Milliardengeschäftes

Weil mit dem EU-Beitritt sämtliche Handelsschranken fielen, wurde die rücksichtslose Rodung zum lukrativen Milliardengeschäft.

Opfer der Abholzung werden langfristig die Menschen selbst sein: Eine Studie legte jüngst nahe, dass in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter großer Hitze leiden werden, wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht gemindert wird. Es sei davon auszugehen, dass wegen steigenden Temperaturen Millionen Menschen gezwungen sein werden, ihre Heimat zu verlassen. Waldrodungen verstärken den Treibhauseffekt und lassen die Temperaturen langfristig ansteigen.