Wegen Corona-Krise

Mann reitet 40 Kilometer zur Geburt seines Kindes

Sergiu Ion Ciobotariu reitet 40 Kilometer zur Geburt seines Kindes.
© youtube/BZI screenshot

31. März 2020 - 11:04 Uhr

Vater in Rumänien gibt alles, um zum Kind zu kommen

Wegen der Corona-Krise wird Sergiu Ion Ciobotariu die Fahrt zu seiner in den Wehnen liegenden Frau mit der Straßenbahn verweigert. Der 22-Jährige schwingt sich kurzerhand aufs Pferd, um bei der Geburt dabei zu sein. Doch dort wird er abgewiesen.

Keine Alternative zum Gaul

Die Einwohner der rumänischen Studentenstadt Iasi staunten einem Bericht von Tag24 zufolge nicht schlecht, als der Mann mit Atemschutzmaske um den Mund auf seinem Pferd in der Stadt ankam.

Die Reise auf dem Pferd sei notwendig gewesen, da der 22-Jährige in einer anderen Stadt arbeite. Als er von der Geburt seines dritten Kindes erfahren habe, habe er nur noch zu seiner Frau gewollt. Wegen der von der rumänischen Regierung beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie sei ihm aber die Reise mit der Straßenbahn verwehrt worden. Gegenüber dem rümänischen Sender BZI sagt er:

"Ich habe versucht, eine Straßenbahn zu nehmen. Sie haben mich nicht gelassen. Ich hatte nicht das Geld, um ein Taxi zu nehmen. Also kehrte ich nach Hause zurück und stieg auf das Pferd."

Polizei lacht werdenden Vater aus

Der 40 Kilometer-Ritt hielt aber einige Komplikationen für Reiter und Ross bereit:

"Das erste Mal hat mich ein Polizist angehalten. Er war nett zu mir und ließ mich gehen, als ich ihm alles erklärte. Dann hielt mich eine Besatzung der örtlichen Polizei an. Sie haben mich ausgelacht. Sie haben verstanden, dass es ein Notfall war und ich keine andere Wahl hatte", so Sergiu.

Angekommen in Iasi habe der werdende Vater wegen der Virusbeschränkungen das Krankenhaus aber nicht betreten dürfen. Dafür habe er aber seine zwei anderen Kinder sehen dürfen. Wie es der werdenden Mutter und dem Kind geht, ist nicht bekannt.