Brüder, Schwestern und Sohn geben Erklärung ab

Ruinerwold-Bauernhof: Jetzt reagiert die Familie von Vater Gerrit Jan van D.

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18. Oktober 2019 - 11:34 Uhr

Sie haben den "ausdrücklichen Wunsch, die gefundene Familie zu unterstützen“

Seit Tagen bewegt das Schicksal des Vaters und seiner sechs Kinder die Menschen weit über den kleinen Ort Ruinerwold hinaus. Seit gestern richten sich die Ermittlungen auch gegen Gerrit Jan van D., den Vater. Van D. hat den Kontakt zu seinen Angehörigen vor mehr als 30 Jahren abgebrochen. In einer Stellungnahme reagieren jetzt Brüder, Schwestern und ein Sohn von van D. auf das Drama. Sie haben den "ausdrücklichen Wunsch, die gefundene Familie zu unterstützen" und bitten darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Gerrit Jan van D. war Sekten-Mitglied

Der 67-Jährige wurde ebenso festgenommen wie zuvor Joseph B., der österreichische Mieter des Hofes. Beide Männer stehen unter Verdacht, die sechs heute erwachsenen Kinder der Familie gegen deren Willen auf dem Gehöft festgehalten zu haben. Neun Jahre lang sollen sie dort völlig isoliert gehaust haben. Die Männer werden der Freiheitsberaubung, Misshandlung und Geldwäsche verdächtigt.

Gerrit Jan van D. war Mitglied einer Sekte, der sogenannten Vereinigungskirche des selbst ernannten und, inzwischen verstorbenen koreanischen "Messias" Sun Myung Moon.

Die Erklärung im Wortlaut

"Die Familie hat die Ereignisse in Ruinerwold mit Bestürzung zur Kenntnis genommen. In den letzten Tagen wurden wir von einem Familienmitglied über die Identität der Gefundenen informiert.

Herr G.J. van D. brach in den 1980er Jahren alle Verbindungen zu seiner unmittelbaren Familie ab. Er hat uns geraten, keinen Versuch zu unternehmen, seinen Wohnort zu finden.

Vor acht Jahren sind drei Kinder von G.J. van D. vor der Familie in Hasselt geflohen und kontaktierten ihren Bruder aus früherer Ehe, Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins. Die Familie hat seitdem nichts von der Existenz anderer Kinder mitbekommen.

Im Juli 2017 starb die Mutter von G.J. van D. Untersuchungen von zwei Notaren zum Verbleib von G.J. von D. über die Grundpersonenregistrierung und das Ausländerregister haben nichts hervorgebracht. Die Familie wurde auch darüber informiert, dass sie bei einem möglichen Nachweis von G.J. nicht über seinen Wohnort informiert würde (AVG-Gesetzgebung).

Derzeit ist es der ausdrückliche Wunsch der Familie, die gefundene Familie zu unterstützen.

Der Vater von G.J. ist dement und wohnt in einer geschlossenen Einrichtung. Wir werden der Regionalpolizei alle Informationen zur Verfügung stellen, die zur Klärung des Hintergrunds dieses Dramas erforderlich sind.

Die Familie schätzt die Privatsphäre und muss sich nicht auf die Sensationslust vieler Medien einstellen.

Brüder, Schwestern und Sohn von G.J. von D.

17. Oktober 2019"