Rücksicht auf muslimische Schüler: Lüneburger Gymnasium dementiert Absage von traditioneller Weihnachtsfeier

Die Absage einer Weihnachtsfeier  am Gymnasium in Lüneburg sorgt für widersprüchliche Meldungen (Foto: Motivbild).
Die Absage einer Weihnachtsfeier am Gymnasium in Lüneburg sorgt für widersprüchliche Meldungen (Foto: Motivbild).
© dpa, Friso Gentsch, frg

20. Dezember 2017 - 10:09 Uhr

Weihnachtsfeier fällt in diesem Jahr aus - Schule dementiert Berichte

Ein Lüneburger Gymnasium hat seine traditionelle Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit abgesagt. Um Rücksicht auf nichtchristliche Schüler zu nehmen, sollte es eine freiwillige Feier nach Unterrichtsschluss geben, berichtete der NDR. Doch der Schulleiter widerspricht diesem Bericht jetzt.

Eine Schülerin hatte sich über die Weihnachtsfeier beschwert

In einem Bericht des NDR hieß es, dass sich im letzten Jahr offenbar eine muslimische Schülerin über die Feier beschwert hatte. Christliche Weihnachtslieder seien nicht mit ihrem Glauben vereinbar, erklärte sie und wollte darum nicht länger an der Feier teilnehmen.

Die Absage der diesjährigen Weihnachtsfeier hat allerdings wohl andere Gründe. Der Schulleiter wiedersprach dem Bericht, wonach die Weihnachtsfeier durch eine freiwillige Feier nach Unterrichtsschluss ersetzt wird. Wegen eines Personalwechsels falle die Feier in diesem Jahr ganz aus. Er habe nach der Beschwerde der muslimischen Schülerin lediglich um einem sensiblen Umgang mit dem Thema Weihnachten im Pflichtunterricht gebeten.

Im niedersächsischen Schulgesetz steht ausdrücklich, dass im Unterricht auf Religionsfreiheit und die Empfindungen Andersdenkender Rücksicht genommen werden muss. Im Gesetzestext ist jedoch auch festgelegt, dass die Schule die Persönlichkeit der Schüler unter anderem auch "auf der Grundlage des Christentums" weiterentwickeln soll.