Kurz vor offizieller Verkündung des Endes der Epidemie

Rückschlag im Kampf gegen Ebola: Im Kongo ist wieder ein Mann (26) gestorben

Rückschlag im Kampf gegen Ebola: Im Kongo ist wieder ein Mann (26) gestorben
Rückschlag im Kampf gegen Ebola: Im Kongo ist wieder ein Mann (26) gestorben
© AP, Jerome Delay, JD BC

11. April 2020 - 11:25 Uhr

Schwerer Kampf gegen das Ebolavirus

Nach anderthalb Jahren sollte am Ostersonntag endlich das Ende der Ebola-Epidemie im Kongo verkündet werden. Mit einer neuen Infektion hat sich diese Hoffnung jetzt zerschlagen. Doch inzwischen gibt es Zweifel an dem Fall.

26-Jähriger stirbt an Ebola

Er habe leider von einem neuen Ebolafall erfahren, gab der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Videokonferenz bekannt. Vorausgegangen seien 52 Tage, ohne dass ein neuer Fall bekannt geworden war. Die Regierung des Kongo bestätigte am Abend in einer Erklärung, dass es sich bei dem Fall nach noch vorläufigen Erkenntnissen um einen 26-Jährigen aus Beni handelt.

Während ein Team mit Experten der WHO unterwegs in die Beni-Region zur Untersuchung des Falles war, regte sich dort Widerspruch. Es gebe Sorge vor Spannungen in der Bevölkerung, erklärte der Leiter des örtlichen Zivilgesellschaft, Kizito Bin Hangi, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Manche Ärzte seien skeptisch, dass es nach einer fallfreien Serie von 51 Tagen einen Infizierten gegeben haben soll. Seine Organisation fordere eine Exhumierung der Leiche sowie die Entnahme von Proben für eine Analyse in regionalen Laboren. Zudem sollten die Kontaktpersonen des Betroffenen identifiziert werden. 

Angst und Misstrauen gegenüber Ebolakrankheit

Mitglieder des roten Kreuzes von Guinea tragen am 17.10.2014 einen mit Ebola infizierten Leichnam über den von frischen Gräbern übersäten Friedhof von Gueckedou, Guinea. Die meisten dieser Gräber sind nicht markiert. Foto: Kristin Palitza/dpa (zu dpa
Das Ebolafieber, das vom Ebolavirus ausgelöst wird, ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Welt: Eine Therapie gibt es bisher nicht.
© dpa, Kristin Palitza

Der Ausbruch der gefährlichen Krankheit - der bislang zehnte in dem zentralafrikanischen Riesenreich - wurde Anfang August 2018 erklärt. Seitdem sind der WHO zufolge mehr als 2.200 Menschen gestorben. Der Ausbruch war besonders schwer in den Griff zu kriegen, weil in der Gegend etliche Milizen kämpfen. Zudem herrschte in der Bevölkerung große Angst und Misstrauen gegenüber der Krankheit und den Ebola-Helfern. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen gut 11.000 Menschen ums Leben.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Ebola; Lebensbedrohliche Viruserkrankung

Ebolavirus
Übertragen wird das Virus vor allem durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten.
© dpa, Cdc Handout

Das Ebolafieber, umgangssprachlich Ebola genannt, ist eine Viruserkrankung, die nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo benannt wurde. In dessen Nähe trat 1977 der erste bekannte größere Ebolaausbruch auf. Ebolafieber wird von Viren verursacht. Mit bis zu 90 Prozent kann das Ebolafieber eine sehr hohe Sterblichkeitsrate haben. Diese liegt jedoch nur beim Zaire-Ebolavirus derartig hoch, bei anderen Erregerarten, wie z.B. dem Sudan-Ebolavirus, liegt sie in einem niedrigeren Bereich. 

Hier haben wir die acht wichtigsten Fakten zum Ebolavirus zusammengefasst.