Sa | 14:00

Rückkehr nach Baku: Vettel will den Skandal vergessen

Bilder des Tages - SPORT Shanghai: Motorsports: Formula 1 2018 Heineken Chinese Grand Prix Chinese Formula One Grand Prix Shanghai Circuit in Shanghai, China. , 5 Sebastian Vettel (GER, Scuderia Ferrari) Shanghai China
Sebastian Vettel fährt in Baku auch für das Vergessen © imago/HochZwei, HZ, imago sportfotodienst

Schlechte Erinnerung an Aserbaidschan-GP 2017

Der Große Preis in Baku weckt böse Erinnerungen bei Sebastian Vettel: Im vergangenen Jahr musste er für seinen Rammstoß gegen Lewis Hamilton viel verbale Prügel einstecken. Ein Sieg a, Sonntag könnte helfen zu vergessen. 

Vettels Rückkehr an den Ort des emotionalen Tiefpunkts

Spätestens bei der Landung in Baku wird Sebastian Vettel eingeholt von den Geistern der vergangenen Saison. In 2017 war der Große Preis von Aserbaidschan der Tiefpunkt, emotional und moralisch. "Das schlimmste Gefühl hatte ich nach diesem Rennen", sagt der Ferrari-Pilot rückblickend - denn sein skandalöser Rammstoß gegen Lewis Hamilton verfolgte ihn: "Ich hatte damit zu kämpfen."

Am Sonntag (13 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TV NOW App) kehrt die Formel 1 erstmals zurück ans Kaspische Meer, Vettel kommt als WM-Spitzenreiter, der große Rivale heißt erneut Hamilton. Und es dürfte kein  Entkommen geben. Die Szenen vom vergangenen Jahr werden über Bildschirme in aller Welt flimmern: Safety-Car-Phase auf dem schnellsten Stadtkurs der Welt, Hamilton fährt an der Spitze aufreizend langsam, und Vettel sieht rot. Er lenkt seinen Boliden von der Seite in den Mercedes des Engländers.

Selten trat Vettels Jähzorn so offen zutage wie damals in Baku, und dafür bekam er die Rechnung. Von Hamilton wurde er scharf kritisiert, von den internationalen Medien zerrissen. Wie ein "Pirat" sei er gefahren, wie "ein Teenager", "billig", "verrückt".

Vettel selbst brauchte ein paar Tage, um seinen Fehler einzugestehen. Dann allerdings traf ihn die Erkenntnis mit voller Wucht, und so bleibt Baku in schlechter Erinnerung. Schlechter noch als die Unfälle und technischen Defekte, die Vettel später die WM kosten sollten. "So ist das eben im Leben", sagt er, "Dinge, die du selbst verbockt hast, nehmen dich am meisten mit."

Ein Kurs der Extreme

Und beim Vergessen hilft wohl nur eins: Vettel muss es an diesem Wochenende besser machen. Er darf durchaus mit einigem Selbstbewusstsein ins Auto steigen. Die ersten beiden Saisonrennen hat der 30-Jährige gewonnen, auch im dritten war er siegfähig, und Mercedes mit Weltmeister Hamilton hat bislang deutlich mehr Probleme als erwartet. 

Voraussagen für den Grand Prix in Baku sind dennoch schwierig zu treffen. Der Kurs bietet grundsätzlich einige Unwägbarkeiten angesichts seiner ungewöhnlichen Charakteristik. So stehen die Piloten auf der längsten Geraden im Formel-1-Kalender entlang der Uferpromenade rund 20 Sekunden auf dem Gas, durchfahren wenig später aber auch die engste Passage der Königsklasse: In der Altstadt ist die Strecke an einer Stelle nur etwas mehr als sieben Meter breit.

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Teams haben keine Erfahrungswerte

Zudem können die Teams nur wenige Erkenntnisse aus den beiden Vorjahren ziehen, denn damals fand das Rennen jeweils im heißen Sommer statt. Im April ist es bei Temperaturen um momentan 20 Grad deutlich kälter in Baku, die Reifen und die Kühlsysteme werden damit völlig anders beansprucht. Vettels Ferrari ist bislang allerdings ein Alleskönner, Hamiltons Mercedes eher eine Diva. Die Unwägbarkeiten könnten damit für den Deutschen sprechen. Gewonnen haben übrigens beide Piloten noch nicht auf den Straßen von Baku. Hamilton griff zwar im vergangenen Sommer  nach dem Sieg. Doch dann kam von links ein rotes Auto angerauscht.