TUI schickt leeren Flieger nach Mallorca

Rückholaktionen für deutsche Urlauber gestartet

19. März 2020 - 17:18 Uhr

Zehntausende Touristen sollen nach Hause

Durch die Corona-Krise ist ein Großteil der internationalen Flüge aufgrund von Einreisestopps gestrichen. Tausende Deutsche sitzen daher rund um den Globus fest. Die Bundesregierung gibt nun rund 50 Millionen Euro für ihre Rückholung aus. Sie chartern an die 40 Maschinen bei Airlines wie Lufthansa, Condor und Tui, um Touristen die Heimreise zu ermöglichen. Insgesamt sind akuell weit mehr als 100.000 deutsche Reisende unterwegs. Die Botschaften rufen zur vorzeitigen Abreise auf.

Größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik

20.03.2020, Philippinen, Manila: Touristen stehen am Flughafen. Mehr als 300 Deutsche warten auf dem internationalen Flughafen Ninoy Aquino auf einen Lufthansa-Flug, der von der deutschen Botschaft auf den Philippinen wegen der Covid-19-Pandemie gech
Die Insel Luzon mit der Hauptstadt Manila ist für einen Monat im Ausnahmezustand.
© dpa, Alejandro Ernesto, pil

Besonders viele Deutsche sitzen auf den Malediven, auf Malta und in Argentinien fest. Am Mittwochnachmittag ist die Rückholaktion angelaufen. Es ist die größte ihrer Art in der Geschichte der Bundesrepublik. In München landete die erste Maschine mit Urlaubern aus Tunesien. Weitere Flieger kamen aus Marokko. Für den Donnerstag wurde der erste Flug aus der philippinischen Hauptstadt Manila erwartet. Auf den Philippinen gibt es rund 200 bestätigte Coronavirus-Fälle. Die Insel Luzon mit der Hauptstadt Manila ist für einen Monat im Ausnahmezustand. Ausländer können noch mit internationalen Flügen ausreisen, aber es sind nur noch wenige zu haben.

Tui: Schwerpunkte Ägypten und Spanien

Auch der Reisekonzern Tui beteiligt sich mit Maschinen seiner Airline Tuifly an der Aktion. Man plane, täglich rund 10.000 Touristen zurück nach Deutschland zu holen, so ein Sprecher des Unternehmens. Flugzeuge der Tui würden vor allem Ziele in Spanien und Ägypten abdecken. Aus dem Badeort Hurghada am Roten Meer gebe es Sondermaschinen nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Köln. Aus Spanien kämen Extra-Verbindungen aus Palma de Mallorca sowie von der Kanaren-Insel Fuerteventura hinzu. Reguläre Rückflüge von anderen kanarischen Inseln würden weiter bedient.

Lufthansa sorgt sich um Zukunft

So offen die deutschen Airlines auch ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Rückholaktion erklären - alle sind sich bewusst, dass die folgenden Wochen und Monate existenzbedrohend sind. Die Lufthansa wird nach Einschätzung von Vorstandschef Carsten Spohr nur in verkleinerter Form aus der Coronakrise hervorgehen. Er gelange zunehmend zu der Erkenntnis, "dass die Welt in dieser Branche nach Corona eine andere sein wird", sagte der Manager am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Dies gelte auch für seinen Konzern. "Wir haben eine kleinere Lufthansa-Gruppe vor uns." Sicher sei, dass dieser Sommer kein normaler Sommer werde. Selbst wenn die Maschinen über Nacht plötzlich wieder starten dürften, wären sie nicht voll mit Passagieren.