Junge Mutter berichtet: "Bin fix und alle"

Corona-Krise: Auswärtiges Amt holt Deutsche nach Hause

19. März 2020 - 17:28 Uhr

Video: Erleichterte Urlauberin mit Familie endlich zurück

Zigtausende deutsche Urlauber sitzen im Ausland fest, gestrandet wegen der Corona-Krise. Die Bundesregierung hat versprochen, alle nach Hause zu holen, aber das geht nicht von jetzt auf gleich. Lavinia Vowerk (34) aus München war mit ihrer Familie auf Fuerteventura. Ihre schwierige Heimreise schildert sie bei uns im Video. Was Urlauber jetzt beachten müssen, erklärt RTL-Reiseexperte Ralf Benkö.

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö: Was Sie jetzt beachten sollten

"Es gilt eine globale Reisewarnung und die gibt es nicht umsonst. Wer jetzt noch eine Reise antritt, geht ein hohes Risiko ein", sagt Benkö unmissverständlich. Er rät allen Deutschen, die jetzt noch im Ausland unterwegs sind, sich beim Auswärtigen Amt (AA) registrieren zu lassen.

Es gibt eine Krisen-Vorsorgeliste (Geduld ist gefragt, die Seite ist stark belastet und oft nicht erreichbar. Bitte verwenden Sie den Link nur, wenn Sie sich registrieren müssen!). Außerdem können sich die Menschen an die Botschaft oder das Konsulat in dem jeweiligen Land wenden.

Selbstbeteiligung in Höhe eines Economy-Class-Fluges

 Ralf Benkö
RTL-Reiseexperte Ralf Benkö.

Benkö geht davon aus, dass alle Deutschen nach Hause gebracht werden, auch, wenn sie nicht auf der Liste stehen, Dennoch rät er eindringlich dazu. "Das ist wichtig, damit das Auswärtige Amt die Zahl kalkulieren kann." Botschaft oder Konsulat würden bekannt geben, wann es diese Flüge geben wird.

Viele Menschen haben Bedenken wegen eventueller Kosten. "Storniert eine Airline jetzt Flüge, muss sie die Kosten zurückerstatten", sagt unser Experte. "Keine Entschädigung, denn sie kann ja nichts dafür. Aber der Flugpreis muss zurückerstattet werden." Manche Airlines bieten Umbuchungen an. Wenn aber ein Flug ausfällt, ist der Urlauber nicht verpflichtet, das anzunehmen.

Diejenigen, die vom AA heimgeholt werden, müssen mit einer Selbstbeteiligung in Höhe eines vergleichbaren Economy-Class-Fluges einstellen. Nach Hause kommen sie auf jeden Fall, erstmal zahlt der Staat den Flug.

Globale Reisewarnung

Denjenigen, die unterwegs stranden, rät Benkö, Quittungen über dadurch entstandene Ausgaben aufzubewahren. Airlines und Reiseveranstalter könnten sich nicht auf höhere Gewalt berufen.

Jede Reise sei durch die globale Reisewarnung gedeckt und müsse daher kostenfrei storniert werden können. Wichtig: Sofort melden! Durch E-Mails, vielleicht ein Fax oder Telefonate vor Zeugen sicherstellen, die rechtzeitige Meldung auch nachweisen zu können.

Knapp 30.000 Deutsche warten in Ägypten

Sonnenschirme und Liegen am leeren Strand in einem Ferienresort am Roten Meer, aufgenommen am 25.12.2014. Nachdem Ägypten jahrelang aufgrund der politischen Entwicklungen im Lande unter einem starken Rückgang und dem Ausbleiben von Touristen zu leide
Viele Deutsche müssen aus Ägypten zurückreisen.
© picture alliance / zb, Matthias Tödt

Falls Urlauber in einem Hotel sind, dass am nächsten Tag geschlossen werden soll, der Rückflug aber erst einige Tage später geht, gilt: Der Veranstalter muss sich um einen Ersatz kümmern, zumindest bei Pauschalreisen. Also entweder eine andere Heimreisemöglichkeit und/oder ein Ersatzquartier. Anders sieht das bei Individualreisenden aus. "Die haben ein Problem", so Benkö. Bester Ansprechpartner hier: das Auswärtige Amt.

Da es derzeitig eine sechsstellige Anzahl Betroffener gibt, wird es einige Tage dauern, bis alles gelöst  ist. Allein in Ägypten waren etwa 30.000 Deutsche auf Ausreise. In der Karibik, besonders der Dominikanischen Republik, sind es etwa 10.000, sehr viele sind es auch in Marokko.

Regierung will 50 Millionen Euro für Rückholaktion ausgeben

20.03.2020, Philippinen, Manila: Eine Lufthansa-Maschine steht am Flughafen. Mehr als 300 Deutsche warten auf dem internationalen Flughafen Ninoy Aquino auf einen Lufthansa-Flug, der von der deutschen Botschaft auf den Philippinen wegen der Covid-19-
Lufthansa-Maschine am Flughafen Manila (Philippinen )
© dpa, Alejandro Ernesto, pil

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte angekündigt, 30 bis 40 Maschinen bei Lufthansa, Condor und Tui zu chartern, um Deutsche zurückzuholen. Die Bundesregierung will dafür bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.