Rucksäcke messen Schadstoffbelastung in der Luft

Wie viel Feinstaub bekommen wir wirklich ab?

13. Mai 2019 - 18:09 Uhr

Video: Das hat RTL-Reporter Daniel Spliethoff in Leipzig gemessen

Wie viel Feinstaub atmen wir im Alltag eigentlich wirklich ein? Dieser Frage versucht das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (Tropos) gerade auf den Grund zu gehen und hat kurzerhand die Leipziger Bürger zu Feldforschern gemacht. Ausgerüstet mit speziellen Messrucksäcken, sind im Moment Freiwillige im ganzen Stadtgebiet unterwegs, um herauszufinden, wie groß die Feinstaubbelastung an verschiedenen Orten zu verschiedenen Uhrzeiten ist. Auch RTL-Reporter Daniel Spliethoff durfte den Rucksack ausprobieren. Wie das Messgerät funktioniert und was der Reporter gemessen hat – in unserem Video.

Modellprojekt sammelt Feinstaub-Daten in Leipzig

Das Projekt "Luft in Leipzig" läuft bis Ende 2019. In drei Phasen schicken die Forscher Leipziger Bürger los, um die Luftqualität in ihrer Stadt zu messen. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, beim Spaziergang im Park – all das sollen die Hobbyforscher mit dem Messrucksack machen, um so viele Daten wie möglich zu sammeln.

Warum sollen jetzt Rucksäcke Daten sammeln?

In Leipzig gibt es vier fest installierte Messstationen, die kontinuierlich die Luftqualität messen, wie die Stadt auf ihrer Internetseite erklärt. Die Forscher erhoffen sich von den Rucksack-Messungen aber aussagekräftigere und genauere Daten. "Die offiziellen Messstationen messen in vier Metern über dem Erdboden, und das ist natürlich nicht der Bereich, in dem man normalerweise einatmet", erklärt Jens Voigtländer vom Tropos-Institut im RTL-Interview. Innerhalb der Stadt könnten sich erhebliche Unterschiede ergeben.

Die Rucksäcke hingegen begleiten den Träger und messen die Feinstaubbelastung an verschiedenen Orten und auf der Höhe, auf der sich Fußgänger bewegen. Der Teilnehmer könne also messen, "was er gerade einatmet", so Voigtländer. Die Ergebnisse der Studie sollen veröffentlicht werden, wenn auch die anderen beiden Messphasen im September/Oktober und im November/Dezember 2019 abgeschlossen und ausgewertet sind.