RTL.de
TV
GZSZ
Alles was zählt
Dschungelcamp
Der Bachel
DSDS
Now
News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

RTL-Wetterexperte Oliver Scheel: "Wir brauchen den Regenwald zum Überleben"

Waldbrände wüten in Brasilien
Waldbrände wüten in Brasilien RTL-Experte im Interview 01:17

Brände im Amazonas: Kann man dieses Feuer in den Griff bekommen?

Die Bilder aus dem Amazonasgebiet schockieren die Welt: Hohe Flammen, verbrannte Erde, ein Feuer in noch nie dagewesenem Ausmaß. 72.843 Brände hat Brasiliens National Institute for Space Research (INPE) in diesem Jahr bereits registriert. Wir haben den freien Journalist und Regenwald-Kenner Oliver Scheel gefragt: Welche Folgen hat der Brand für uns Menschen abseits von Brasilien? Und warum ist es so schwierig, das Feuer in den Griff zu bekommen? Die Antworten gibt es im Video. 

Aufnahmen der Nasa: Rauchwolken über dem Amazonas sind aus dem All zu erkennen

Feuer sind für Einsatzkräfte nur schwer zugänglich

Brasilien, Mato Grosso: Auf diesem von der Feuerwehr zur Verfügung gestellten Bild steigen Rauchwolken aus den Feldern auf, während Löscharbeiten durchgeführt werden. In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren.
Löscharbeiten auf einem Feld in Mato Grosso, Brasilien. © dpa, ---, flm

Die meisten Brände wurden zuletzt im Bundesstaat Mato Grosso gemeldet. RTL-Experte Oliver Scheel weiß, wie schwierig die Löscharbeiten dort sind: "Es ist eine enorme Anzahl an Bränden, an sehr unterschiedlichen Orten. Brasilien ist ein riesiges Land; rund 22 Mal so groß wie Deutschland. Außerdem ist das Gebiet sehr schwer zugänglich." Die Einsatzkräfte müssen sich deshalb mit Booten auf Flüssen bewegen. Zudem gibt es unterirdische Feuer, die lange unentdeckt bleiben. 

Scheel: "Was da unten passiert, hat einen weltweiten Effekt"

Brasilien, Mato Grosso: Auf diesem von der Feuerwehr zur Verfügung gestellten Bild brennen Flammen auf einem trockenen Feld. In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren.
Flammen auf einem trockenen Feld in Mato Grosso, Brasilien. © dpa, ---, flm

"Wir brauchen den Regenwald zum Überleben. Er ist der größte CO2-Speicher der Welt. Niemand kann absehen, was passiert, wenn es den Regenwald nicht mehr gibt", so Scheel. Denn ohne den Amazonas wäre der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten, schließlich bindet er mehr als 20 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes "Der Regenwald ist unerlässlich für unser Klima. Wir brauchen ihn zum Überleben. Er lenkt Meeresströumungen und Winde. Er reguliert die Temperatur. Was da unten in Brasilien passiert, hat einen weltweiten Effekt." Ohne den Regenwald würde es zu einem unkontrollierten Klimawandel kommen.

Und der Experte warnt weiter: "Das ist gerade erst der Beginn der Trockenzeit. Wenn das so weiter geht, wird es den Regenwald, wie wir ihn kennen, bald nicht mehr geben."

Brasiliens Ministerpräsident Bolsonaro beschuldigt Umweltschützer

Seit Januar haben die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen. Viele geben Präsident Jair Bolsonaro eine Mitschuld: Dieser hatte im Januar die Macht in Brasilien übernommen und will in der Amazonasregion keine weiteren Schutzgebiete ausweisen und mehr Rodungen zulassen. Diese "Chance" wurde genutzt: Anfang August hatten Landwirte und Viehzüchter im Bundesstaat Pará einen "Tag des Feuers" ausgerufen, kurz darauf registrierte das INPE einen sprunghaften Anstieg von Bränden in der Region. 

Der brasilianische Präsident sieht im Regenwald ungenutztes Potenzial - und eben nicht die "Lunge der Welt." Bolsonaro schiebt die Anschuldigungen weiter: Erst vor Kurzem stellte er die These auf, Umweltschützer hätten die Brände gelegt, um sich an ihm zu rächen.

Mehr News-Themen