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RTL-Wahltrend: GroKo spaltet Deutschland und Parteien

RTL-Wahltrend: GroKo spaltet Deutschland und Parteien

Durchwachsenes Stimmungsbild

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD hat forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL die politische Stimmung in Deutschland untersucht. Was erwarten die Bundesbürger von einer Großen Koalition? Ist Angela Merkel durch die Vereinbarungen geschwächt worden?

Froh über Regierung, mehr aber auch nicht

Die Mehrheit der Bundesbürger (52%) - so das aktuelle RTL/n-tv-Trendbarometer - ist froh, dass endlich eine Koalitionsvereinbarung zustande gekommen ist und Deutschland wieder 'richtig' regiert werden kann. 40 Prozent der Befragten sind allerdings eher besorgt über die Aussicht auf eine schwarz-rote Regierung. Positiv werten die Anhänger der CDU (76%), der CSU (68%), der SPD (66%) und der Grünen (61%) die Einigung, negativ urteilen die Anhänger der FDP (62%), der Linken (57%) und der AfD (80%).

Von Aufbruchsstimmung oder gar einer "Erneuerung der Gesellschaft" kann nach Einschätzung der Deutschen jedoch keine Rede sein: 86 Prozent der Befragten bewerten die Große Koalition als eine Art "Notgemeinschaft". Darin sind sich die Anhänger aller Parteien mit nur geringfügigen Abweichungen einig. Entsprechend erwartet auch nur eine Minderheit der Befragten von 9 Prozent, dass sich die Lage der Menschen durch die Beschlüsse bei den Koalitionsverhandlungen verbessern wird. 73 Prozent glauben, es werde sich nichts verändern; 15 Prozent denken sogar, die Situation der Menschen werde sich verschlechtern.

Merkel geschwächt?

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Knapp 40 Prozent der Befragten sind der Auffassung, die Unionsparteien hätten mehr ihrer politischen Vorstellungen durchgesetzt als die SPD. Im Einzelnen: 26 Prozent meinen, die CDU habe sich am besten durchgesetzt, 12 Prozent denken das von der CSU und 30 Prozent von der SPD. 18 Prozent sind überzeugt, alle drei Parteien hätten sich in gleichem Maße durchgesetzt.

Und was ist mit der Kanzlerin? Nur eine Minderheit (8%) sieht Angela Merkel nach den Koalitionsverhandlungen gestärkt. 45 Prozent der Befragten sehen sie geschwächt, 40 Prozent sind der Meinung, es habe sich nichts geändert. Aber: 55 Prozent der Befragten wollen, dass Merkel die gesamte Legislaturperiode durchregiert, 39 Prozent dagegen fänden es besser, sie würde ihr Amt "vorher an jemand anderen übergeben".

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Und wen würden die Deutschen im Moment zum Kanzler wählen, wenn eine solche Direktwahl möglich wäre? Wenn Martin Schulz Kandidat der SPD wäre, würden 44 Prozent Merkel und nur noch 12 Prozent Schulz die Stimme geben - ein Vorsprung für Merkel von 32 Prozentpunkten. 44 Prozent würden keinen von beiden wählen. Wenn Andrea Nahles kandidieren würde, würden 46 Prozent Merkel und 23 Prozent Nahles wählen, 31 Prozent keinen von beiden. Wenn Olaf Scholz als Kandidat anträte, würden 45 Prozent Merkel und 27 Prozent Scholz wählen, 28 Prozent keinen von beiden.

Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner zur Mediengruppe RTL: "Eine größere Schwächung von Merkel ist gerade bei den Kanzlerpräferenzen nicht erkennbar. Zwar ist ihr Wert gegenüber der letzten Messung vor den Koalitionsverhandlungen um 2 Prozentpunkte zurückgegangen - aber das trifft auch auf Martin Schulz zu, der damit auf einen weiteren Tiefpunkt abgerutscht ist. Selbst von den SPD-Anhängern würde gerade mal ein Drittel (33%) für Schulz votieren."