RTL-Umfrage: Mehrheit der Deutschen fürchtet sich vor radikalen Islamisten

Die Mehrheit der Deutschen hat einer Forsa-Umfrage zufolge Angst vor radikalen Islamisten.
Die Mehrheit der Deutschen hat einer Forsa-Umfrage zufolge Angst vor radikalen Islamisten.
© dpa, Melanie Dittmer

18. Mai 2013 - 19:58 Uhr

Frauen und Alte besonders ängstlich

Nach der Verhaftung von vier Salafisten in Nordrhein-Westfalen prüfen die Ermittler weiter eine mögliche Verbindung zum versuchten Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof. Derweil nimmt die Angst der Deutschen vor radikalen Islamisten zu. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL fühlen sich immer mehr Deutsche durch das Auftreten islamischer Gruppen in der Öffentlichkeit beunruhigt.

Demnach haben insbesondere Frauen (62 Prozent) und ältere Bürger ab 60 Jahren (63 Prozent) Angst vor Gewalt, die möglicherweise von radikalen Islamisten, wie etwa Salafisten, ausgehen könnte. Insgesamt sind 53 Prozent der Deutschen beunruhigt über islamische Gruppen in der Öffentlichkeit.

Polizei prüft Zusammenhang zwischen Salafisten und Bonner Anschlag

Die Meldungen über einen Zusammenhang zwischen den vier in Nordrhein-Westfalen festgenommenen Salafisten und dem verhinderten Anschlag am Bonner Hauptbahnhof schüren eine solche Angst. Die Polizei prüft weiterhin, ob eine Verbindung zu den Männern hergestellt werden kann. Mit Blick auf die mutmaßlichen Attentatspläne der Männer gegen Mitglieder der rechtsextremen Partei Pro NRW sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft, man stehe "in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Dortmund - auch mit Blick auf mögliche Hinweise, die im Zusammenhang mit dem versuchten Bonner Anschlag stehen könnten".

In der Bonner Wohnung eines der mutmaßlichen Islamisten fanden die Ermittler mehrere sprengfähige Substanzen, darunter Ammoniumnitrat. Eine ähnliche Chemikalie war auch in der Tasche, mit der am 10. Dezember 2012 ein Anschlag auf den Bonner Bahnhof versucht worden war. Der Sprengsatz wurde zwar gezündet, detonierte aber nicht.

Auch eine durchgeladene Waffe wurde in der Bonner Wohnung gefunden. Nach Informationen des 'Spiegel' handelt es sich um eine tschechische Ceska. Eine Ceska gleichen Kalibers hatten auch die Rechtsextremisten des 'Nationalsozialistischen Untergrunds' (NSU) bei ihrer Mordserie benutzt. Die Ermittler fragen sich laut dem Magazin, ob die Festgenommenen zufällig oder bewusst diese Waffe wählten. Das Magazin 'Focus' berichtete aus Ermittlerkreisen, dass einer der Verhafteten sich in einem abgehörten Gespräch als möglicher Bombenleger dargestellt habe. Die Polizei bestätigte das nicht.