Reaktion auf den Coronavirus

RTL überträgt den großen Preis von Vietnam aus Deutschland

19. Februar 2020 - 16:49 Uhr

F1-Live-Übertragung kommt aus Köln

Aufgrund der nicht kalkulierbaren Verbreitung des Coronavirus und den Risiken für die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen wird RTL von einer Vor-Ort-Berichterstattung des Formel 1 Rennens aus Vietnam am 5. April absehen. Die komplette Produktion der Livesendung wird stattdessen nach Köln verlagert.

Gesundheitsrisiko ist in Vietnam zu hoch

"Wir haben eine hohe Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei einer Berichterstattung aus Hanoi erscheinen uns die Risiken für deren Gesundheit nach sorgsamer Prüfung als zu groß. Wir sind zu dieser Entscheidung gekommen, nachdem wir zahlreiche Informationsstellen abgefragt und unterm Strich keine aus unserer Sicht verlässliche Einschätzung der Situation vor Ort erhalten haben", so RTL-Sportchef Manfred Loppe.

Rennen steht nicht infrage

Der große Preis von Vietnam wird in diesem Jahr zum ersten Mal ausgetragen und findet auf dem Hanoi Motor Sport Circuit statt. Am Dienstag hatte die Chefpromoterin des 3. Saisonrennens in Hanoi erklärt, dass der Grand Prix ungeachtet der anhaltenden Corona-Epidemie weder abgesagt noch verschoben wird. Nach der Verschiebung des Großen Preises von China in Shanghai kamen auch Zweifel an der Ausrichtung der Veranstaltung in Hanoi auf. Die Hauptstadt Vietnams liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der Grenze zu China.

Telekom ergreift auch Vorsichstmaßnahmen

RTL ist aber nicht das einzige Unternehmen, dass Arbeitsabläufe umstellt, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Auch die Deutsche Telekom hat auf die Ausbreitung des Coronavirus in Asien reagiert.

"Wir haben die Videokonferenzen massiv ausgedehnt. Wir stellen jedem Mitarbeiter frei, ob er reisen oder nicht reisen möchte. Wir haben momentan unsere Reisetätigkeit gravierend reduziert", sagte der Vorstandsvorsitzende Thimotheus Höttges bei RTL.

"Unsere Kollegen vor Ort werden durch eine spezielle Gruppe betreut. Sie arbeiten von zuhause aus. Wir haben Masken zu ihnen gebracht, die in Wuhan nicht mehr verfügbar waren. Wir haben ungefähr 50 Mitarbeiter, die unten sind und soweit wir wissen, geht es allen gut", so der 57-Jährige.

Große Probleme für die Airlines

Besonders die Fluggesellschaften sind von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Die Lufthansa setzte die Flüge nach Peking und Shanghai vorerst bis zum 29. Februar aus. Andere chinesische Städte werden sogar bis Ende März nicht mehr angeflogen. Das bedeutet ein Verzicht auf geplante Umsätze.