Viele Menschen sollten sterben

RTL-Terrorismus-Experte erklärt: So gefährlich war der ICE-Terrorist

27. März 2019 - 15:17 Uhr

Verdächtiger kam als Flüchtling

Nach Anschlägen mit gespannten Stahlseilen auf Bahnstrecken in Bayern und Berlin hat die Polizei in Wien einen 42-jährigen Iraker unter Terrorverdacht festgenommen. Der Mann kam als Flüchtling nach Österreich und ist offenbar IS-Anhänger. Im Video erklärt RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann, wie gefährlich die Zelle ist, zu der der festgenommene Iraker gehören könnte, und wie groß derzeit die Gefahr von Anschlägen in Deutschland ist.

Anschlag auf ICE-Strecke sollte viele Menschen töten

ARCHIV - 31.10.2018, Bayern, Allersberg: Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach dem Stahlseil-Vorfall auf einer ICE-Strecke wurde nun ein Verdächtiger festgenommen.
© dpa, Daniel Karmann, dka wst vge fka

Die Staatsanwaltschaft Wien erklärte, der Mann stehe im dringenden Verdacht, im Oktober und Dezember in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken durchgeführt zu haben: Im Oktober 2018 hatten Unbekannte auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und München im mittelfränkischen Allersberg ein Stahlseil über die Gleise gespannt und Holzkeile auf den Schienen montiert. Nur aufgrund eines technischen Fehlers sei es nicht zur geplanten Tötung von Menschen gekommen. "In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht", erklärte die Behörde.

Die Polizei Berlin hatte dann am 24. und 25. Dezember von einem vergleichbaren Eingriff an einer Bahnstrecke in Karlshorst berichtet, bei dem auch ein Oberleitungsschaden festgestellt worden war. Ein Zug war beschädigt worden, verletzt wurde niemand. Auch hier fanden Ermittler in Tatortnähe Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des IS.

„Die Ideologie, die Wut und der Hass sind aber immer noch weit verbreitet“

Laut "Kronen Zeitung" verherrlicht der Verdächtige auf Facebook radikale Prediger und ruft Muslime auf, sich zu bewaffnen. Es soll sich um einen Ex-Militär handeln. Gegen den Mann liegen in Deutschland und Österreich unter anderem Haftbefehle wegen versuchten Mordes vor. Die Elite-Polizisten der "Cobra"-Einheit nahmen ihn in der Nähe seiner Wohnung fest.

Zwar hatte der Islamische Staat in den letzten Wochen territoriale Verluste. "Die Ideologie, die Wut und der Hass sind aber immer noch weit verbreitet", erklärt RTL-Terrorismus-Experte Michael Ortmann im Video.