RTL-'stern'-Wahltrend: Immer mehr Unentschlossene und Nichtwähler

18. Juni 2013 - 14:02 Uhr

Grund für Politikmüdigkeit: Nur noch Rituale auf Parteitagen

Während der aktuelle RTL-'stern'-Wahltrend für keine Partei sonderliche Auffälligkeiten zeigt, so lässt ein Wert der Umfrage dennoch aufhorchen: Der Anteil der Unentschlossenen und Nichtwähler ist inzwischen auf 30 Prozent angestiegen.

Im RTL-stern-Wahltrend liegt Angela Merkel von Peer Steinbrück
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gut lachen: Sie liegt im aktuellen Wahltrend im Auftrag von RTL und 'Stern' vor SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück.
© dpa, ophie Wolfbauer

Die Politikverdrossenheit in Deutschland steigt. Und das in einem Superwahljahr wie diesem. Nur gut vier Monate vor der Bundestagswahl am 22. September zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und dem 'stern', dass sich der Wähler immer später entscheidet, ob er seine Stimme überhaupt abgibt – und wenn ja, für welche Partei er stimmen wird. Mittlerweile macht der Anteil der Unentschlossenen und Nichtwähler 30 Prozent aus, ein Anstieg von drei Prozent.

Als Grund für diese Politikmüdigkeit nennt Forsa-Chef Manfred Güllner die Veränderung der Parteitage. "Während dort früher über Themen, die die Menschen bewegten, debattiert wurde, laufen dort heute nur noch Rituale ab", sagte Güllner dem 'stern'. Rechnet man zu den Unentschlossenen und Nichtwählern auch den Anteil der Splitterparteien hinzu, so haben 40 Prozent der Bürger den etablierten Parteien den Rücken gekehrt.

Wahltrend: Merkel liegt klar vor Steinbrück

Mit 40 Prozent kann sich die Union im aktuellen Wahltrend um einen Punkt verbessern, der Koalitionspartner FDP verharrt bei vier Prozent. SPD und Grüne verlieren jeweils einen Punkt: Die Sozialdemokraten kommen nun auf 23, die Grünen auf 14 Prozent. Die Linke gewinnt einen Punkt hinzu und liegt nun bei neun Prozent.

Allerdings trauen 50 Prozent der Bundesbürger keiner Partei politische Kompetenz zu. 33 Prozent glauben, die Union könne die Probleme in Deutschland lösen, nur neun Prozent sehen diese Kompetenz bei der SPD. Grüne (vier Prozent) und FDP (ein Prozent) liegen abgeschlagen dahinter.

Auch bei der Frage, wen die Wähler als Bundeskanzler präferieren, liegt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 38 Prozentpunkten klar vor Herausforderer Peer Steinbrück. Nur 19 Prozent der Wähler würden sich für den SPD-Spitzenkandidaten entscheiden. Kanzlerin Merkel hingegen kann 57 Prozent vereinen.