RTL-Reporterin Antonia Rados in Damaskus: Was bedeutet Bürgerkrieg im Alltag?

Rados: "Wer Damaskus hält, behält die Macht"

Es war das Nervengas Sarin mit dem am 21. August mehr als 1.400 Menschen bestialisch getötet worden sind, so die UN-Inspekteure. Und viel spricht dafür, dass dieser Angriff von Assads Eliteeinheiten durchgeführt worden ist. Baschar al-Assad ein skrupelloser Mörder?

Rados in Damaskus: Was bedeutet Bürgerkrieg im Alltag?
RTL-Reporterin Antonia Rados besucht in Damaskus einen Geschäftsmann, der eine Ökosiedlung in Syrien bauen will.

Auch wenn es für die meisten unverständlich ist, aber Syriens Diktator hat noch viele Anhänger. RTL-Reporterin Antonia Rados hat einen solchen Anhänger und eine Familie, die nach dem Giftgasangriff aus ihrer Heimat geflüchtet sind, in Damaskus getroffen.

Die Fabrik des Geschäftsmanns Khaled Mahjoub südlich von Damaskus wurde durch eine Bombe zerstört. Hinfahren kann er nicht, denn das Gebiet wird nun von Rebellen kontrolliert. Mahjoub plant trotz des Krieges ein ehrgeiziges Projekt. Er will eine Ökosiedlung in Syrien bauen. Die Pläne stehen bereits. "Syrien muss vom Erdöl unabhängig werden. Unsere Energie müssen wir aus anderen Quellen gewinnen", so Mahjoub. Sein Vorbild ist Deutschland: "Wir in Syrien müssen unsere Landwirtschaft ausbauen auf ökologische Art wie in Deutschland." Mahjoub ist ein Anhänger Assads, sie gingen zusammen zur Schule. Er wird ihm immer treu bleiben.

In derselben Stadt, an einem anderen Ort: Ein überfülltes Haus in der Altstadt. Hier suchen Flüchtlinge Zuflucht, die nicht nur eine Fabrik verloren haben, sondern alles. "Wir haben nichts mitnehmen können. Wir wussten nicht wohin. Zum Glück haben wir hier Verwandte", so eine Frau. Zu siebt in einem Zimmer – für sie besser als in einem Flüchtlingslager in einem der Nachbarländer unterzukommen.