Völlig zerstörte Straßen und unbewohnbare Häuser nach Tsunami in Karang Bolong

RTL-Reporter Stephan Richter aus Indonesien: "Hier steht de facto nichts mehr"

"Rettungskräfte haben sich sehr schwer getan, in diese Gebiete vorzudringen"

Tage nachdem der Tsunami viele Orte an Indonesiens Küste verwüstet hat, ist die zerstörerische Wucht noch greifbar. RTL-Reporter Stephan Richter berichtet aus Karang Bolong, 100 Kilometer westlich von Jakarta. Hier hat das Wasser die kleinen Straßen an der Küste zerfetzt. Abgedeckte Häuser, durch die Ortschaft geschleuderte Autos, nierdergewalzte Mauern. "Die indonesischen Rettungskräfte haben sich sehr schwer getan, in diese Gebiete vorzudringen", berichtet Stephan Richter. Im Video zeigt er das ganze Ausmaß der Zerstörung in dem Dorf an der Küste.

Mindestens 429 Menschen gestorben

Mit schweren Bergungsgeräten arbeiten sich mehrere tausend Soldaten und Polizisten durch die zerstörten Dörfer in den besonders betroffenen Regionen auf den Inseln Java und Sumatra. 154 Menschen werden nach offiziellen Angaben noch vermisst. Mindestens 429 Menschen sind bei dem Tsunami ums Leben gekommen. Über 1.485 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Indirekter Auslöser des Tsunamis war der Ausbruch des Vulkans Anak Kratau, wie indonesische Geophysiker bestätigen. Da das Frühwarnsystem auf Erdbeben und nicht auf Erdrutsche und Vulkanausbrüche ausgelegt ist, löste es nicht aus. Experten warnen, dass der seit Juni sehr aktive Vulkan erneut ausbrechen könnte. "Die Gefahr weiterer Tsunamis sorgt hier bei den Menschen für große Angst", berichtet RTL-Reporter Stephan Richter aus Indonesien.