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RTL-Reporter Jürgen Weichert an der kroatisch-slowenischen Grenze: "Die Situation ist extrem unübersichtlich"

RTL-Reporter Jürgen Weichert an der kroatisch-slowenischen Grenze: "Die Situation ist extrem unübersichtlich"

Slowenien hat Grenzen dichtgemacht

Der Andrang Tausender Flüchtlinge sorgt zunehmend für Spannungen zwischen den EU-Ländern. So hat Ungarn dem Nachbarland Kroatien ein Totalversagen vorgeworfen, weil das Land Flüchtlinge ohne Absprache nach Ungarn weiterleite.

Flüchtlinge an der slowenisch-kroatischen Grenze
Hunderte Flüchtlinge an der slowenisch-kroatischen Grenze mussten die Nacht im Freien verbringen.
dpa, Marijan Murat

Seitdem die Grenze von Serbien nach Ungarn dicht ist, landen immer mehr Flüchtlinge in Kroatien. Mehr als 17.000 sind seit Mittwoch angekommen, Kroatien ist mit dem Ansturm überfordert, zumal Slowenien die Grenzen für Flüchtlinge dichtgemacht hat. "Wir haben immer gesagt, dass wir Tausende bewältigen können, aber nicht Zehntausende. Genau darum geht es aber jetzt", sagte Kroatiens Außenministerin Vesna Pusic.

"Die Situation ist extrem unübersichtlich", berichtet RTL-Reporter Jürgen Weichert, der die Lage in Harnica an der kroatisch-slowenischen Grenze verfolgt. "Die Menschen müssen ihre Notdurft auf Feldern und unter Brücken verrichten, weil hier nicht mal mobile Toiletten aufgestellt werden."

Ungarn baut weiteren Zaun

Deswegen hat Kroatien damit begonnen, die Flüchtlinge einfach weiterzuleiten. Das Nachbarland Ungarn meldete am Freitagabend, dass mehrere Tausend Flüchtlinge aus Kroatien angekommen seien – und zwar ohne vorherige Absprache. "Die kroatische Regierung hat im Umgang mit dieser Sache komplett versagt", sagte der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs.

Jetzt schottet sich Ungarn weiter von den Nachbarländern ab: Das Land baut inzwischen einen weiteren Zaun, diesmal an der Grenze zu Kroatien. Die EU-Länder haben weiterhin keine gemeinsame Linie haben. Und mittendrin Tausende Flüchtlinge, die nicht wissen, wie es mit ihnen weitergehen soll.