Neue Proteste am Abend

RTL-Reporter Dirk Emmerich in Hongkong: Angst und Sorge vor Militär-Einsatz ist groß

17. August 2019 - 17:27 Uhr

Hongkong kommt nicht zur Ruhe

Die Stimmung in Hongkong ist angespannt. Weiterhin pochen die Bürger drauf, dass ihre Rechte und die Demokratie nicht eingeschränkt werden. Am Samstag gingen deshalb erneut rund 50.000 Menschen auf die Straße, am Sonntag werden noch viel mehr erwartet. RTL-Reporter Dirk Emmerich ist vor Ort und berichtet aus der asiatischen Metropole.

Vor allem junge Menschen demonstrieren

17.08.2019, China, Hongkong: Demonstranten nehmen an einem Marsch teil, der von einer prodemokratischen Gruppe organisiert wird. Mit einer Kundgebung für Freiheit und Demokratie hat am Samstag in Hongkong ein neues Protest-Wochenende begonnen. An der
Die Proteste am Samstag blieben weitestgehend friedlich.
© dpa, Vincent Thian, nwi

Trotz der Warnungen vor einem Militäreinsatz aus Peking, zogen am Abend Zehntausende durch die Straßen Hongkongs. Vor allem schwarz gekleidete junge Demonstranten beteiligten sich an einem Protestmarsch gegen die Regierung, der zunächst friedlich blieb. Auch Familien mit Kinderwagen waren dabei.

Im Laufe des Abends, als sich der Marsch auflöste, versammelten sich einige Hundert vermummte Demonstranten vor einem Polizeirevier. Dabei kam es zu kleineren Krawallen. Am Sonntag könnten es noch mehr werden. Zu einer Kundgebung in der Innenstadt werden eine halbe Millionen Menschen erwartet. 

Gewaltausschreitungen befürchtet

17.08.2019, China, Hongkong: Polizisten in Schutzausrüstung gehen an Läden vorbei während eines Protests prodemokratischer Demonstranten. Mit einer Kundgebung für Freiheit und Demokratie hat am Samstag in Hongkong ein neues Protest-Wochenende begonne
Die Polizei setze in den vergangenen Wochen auch Tränengas ein.
© dpa, Vincent Thian, jga nwi

​Zuvor hatte die chinesische Zentralregierung mit warnenden Kommentaren und Bildern von Truppenbewegungen nahe Hongkong eine massive Drohkulisse aufgebaut. International gibt es Sorgen, dass dies zur blutigen Niederschlagung der Proteste wie 1989 in Peking führen könnte. Als Sonderverwaltungszone genießt Hongkong bislang eine verhältnismäßig große Autonomie.

Die Demonstrationen dauern nun schon mehr als zweieinhalb Monate. Die Kritik richtete sich anfangs gegen die prochinesische Stadtregierung unter Regierungschefin Carrie Lam, inzwischen aber auch gegen Peking direkt. Aus der Menge wurden auch Rufe nach Unabhängigkeit laut.