Umfrage-Schlappe für Friedrich Merz und Armin Laschet

RTL/ntv-Trendbarometer: Markus Söder hat die besten Kanzler-Chancen

Hat seine Aussage, "Mein Platz ist in Bayern", wirklich bestand? CSU-Chef und bayrischer Ministerpräsident Markus Söder. Foto: Peter Kneffel/dpa
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11. Juli 2020 - 17:21 Uhr

Wer kann Kanzler? Umfrage-Sieg für CSU-Chef Söder

Markus Söder hätte laut dem RTL/ntv-Trendbarometer derzeit beste Chancen auf die Kanzlerschaft, wenn der Regierungschef direkt gewählt würde. Gegen denkbare Kandidaten von SPD und Grünen wie Finanzminister Olaf Scholz und Grünen-Chef Robert Habeck könnte unter den abgefragten potenziellen Unionskandidaten nur er sich durchsetzen, ergab die am Samstag im Auftrag von RTL und ntv veröffentlichte Forsa-Umfrage. Für die möglichen künftigen CDU-Chefs Friedrich Merz und Armin Laschet sehen die Zahlen dabei deutlich schlechter aus.

RTL/ntv Trendbarometer: Scholz und Habeck schlagen Merz und Laschet

So läge Söder nach der Befragung gegen Scholz mit 40 zu 26 Prozent vorne und gegen Habeck mit 46 zu 24 Prozent. Müsste Scholz hingegen gegen Friedrich Merz (CDU) antreten, käme er auf 37 Prozent, Merz nur auf 20.

Gegen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) würde Scholz demnach sogar 39 Prozent der Bürger für sich gewinnen, Laschet nur 15. Habeck könnte gegen Merz den Angaben zufolge mit 31 zu 26 Prozent punkten, gegen Laschet mit 30 zu 21 Prozent.

CSU-Landesgruppenchef will frühe Diskussion vermeiden

"Ich rate dazu, jetzt keine langanhaltende Diskussion über Personalfragen zu führen", sagte Alexander Dobrindt in Berlin. "Die Union sollte nicht den Fehler machen, den uns die SPD im letzten Jahr im Detail vorgeführt hat. Nämlich sich monatelang mit sich selbst zu beschäftigen, während die Bürger Antworten auf die Zukunft unseres Landes erwarten."

Er wolle die Diskussion über die Frage, wer Kanzlerkandidat der Union werden solle, nicht mit eigenen Vorschlägen befeuern, sagte der CSU-Landesgruppenchef. "Aber klar ist doch, dass man bei Entscheidungen über eine Kanzlerkandidatur sich immer mit den Elementen Kompetenz, Zustimmung und Chancen auseinandersetzen wird." Nach diesen Gesichtspunkten "entscheidet sich am Schluss, mit wem CDU und CSU in eine Wahlauseinandersetzung für die Bundestagswahl 2021 gehen werden. Aber die Debatte muss zur richtigen Zeit geführt werden und nicht jetzt".

Markus Söder: "Mein Platz ist immer in Bayern"

Söder, der in der Corona-Krise schon länger gute Umfragewerte hat, hatte vor einer Woche im "Tagesspiegel" erklärt, der künftige Unions-Kanzlerkandidat müsse sich bei der Pandemie-Bewältigung bewiesen haben. Am Montag machte er dann aber erneut deutlich: "Mein Platz ist immer in Bayern."

In der Union wird hinter den Kulissen diskutiert, ob es im Team Laschet-Spahn noch einen Rollentausch geben könnte - und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an Stelle von Laschet als CDU-Chef kandidieren sollte. Hintergrund sind Laschets sinkende Beliebtheitswerte. Nach Spahn oder dem CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, der wie Merz und Laschet für den CDU-Vorsitz kandidiert, hatten die Meinungsforscher von Forsa nicht gefragt.


Quelle: DPA/RTL.de