RTL/ntv-Trendbarometer

Umfrage: CDU verliert zehn Prozent in Thüringen

Erfurt , 060220 , Demonstranten nach der Ministerpräsidentenwahl vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt Im Bild: Die
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07. Februar 2020 - 10:55 Uhr

Erdrutsch für CDU - FDP wäre raus aus

Die CDU muss durch den Polit-Skandal in Thüringen Federn lassen: Nach dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer müsste sie einen Erdrutsch befürchten, wenn jetzt in Thüringen neu gewählt werden würde. So würden die Christdemokraten knapp zehn Prozentpunkte verlieren - von 21,7 auf zwölf Prozent. Die FDP käme noch auf vier Prozent und würde es nicht mehr in den Landtag schaffen.

Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Die Linke würde mit sechs Prozentpunkten kräftig zulegen, auch alle übrigen Parteien würden derzeit besser abschneiden als bei der Wahl vor vier Monaten:

  • Grüne plus 1,8 Prozent
  • die sonstigen kleineren Parteien plus 1,5 Prozent 
  • SPD plus 0,8
  • AfD plus 0,6 Prozent 

Rot-Rot-Grün kämen zusammen auf 53 Prozent, so dass der abgewählte Ministerpräsident Bodo Ramelow sich auf eine regierungsfähige Mehrheit stützen könnte.

Wie sähe der Thüringer Landtag aus

Bodo Ramelow: Die Mehrheit der Thüringer spricht sich für ihn als Ministerpräsident aus.
Bodo Ramelow: Die Mehrheit der Thüringer spricht sich für ihn als Ministerpräsident aus.
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Wenn der Thüringer Landtag jetzt neu gewählt würde, könnten die Parteien demnach mit folgendem Ergebnis rechnen:

  • CDU/CSU 12 Prozent (Landtagswahl Oktober 2019: 21,7%)
  • SPD 9 Prozent (8,2 Prozent)
  • FDP 4 Prozent (5,0 Prozent) 
  • Grüne 7 Prozent (5,2 Prozent) 
  • Linke 37 Prozent (31,0 Prozent) 
  • AfD 24 Prozent (23,4 Prozent)
  • 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,5 Prozent).

Mehrheit findet, dass Kemmerich die Wahl hätte nicht annehmen dürfen

  • Die große Mehrheit der Thüringer (77 Prozent) bewertet es "weniger gut oder schlecht", dass Thomas Kemmerich sich mit den Stimmen von FDP, CDU und AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ.
  • 20 Prozent fanden dieses Vorgehen "gut" oder "sehr gut".
  • 56 Prozent der Thüringer sind der Auffassung, dass die Wahl Kemmerichs mit Hilfe der AfD Auswirkungen über das Bundesland hinaus hat: die Stabilität des politischen Systems in ganz Deutschland sei dadurch gefährdet.
  • 72 Prozent der Thüringer sind zudem der Meinung, dass Kemmerich die Wahl nicht hätte annehmen dürfen.
  • 70 Prozent begrüßen seinen Rücktritt, 26 Prozent halten den Rückzug für falsch.
  • 71 Prozent der Thüringer haben kein Verständnis für das Verhalten der CDU im Landtag, 26 Prozent äußern sich verständnisvoll.
  • 68 Prozent sind für Neuwahlen, 29 Prozent sind dagegen.

Mehrheit der Thüringer wollen Ramelow zurück

​Eine Mehrheit in Thüringen hätte gern den alten Ministerpräsidenten wieder. 65 Prozent bedauern, dass Bodo Ramelow nicht mehr Regierungschef ist. Wenn die Thüringer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 64 Prozent für den Linken Ramelow entscheiden. 6 Prozent würden Thomas Kemmerich (FDP) wählen, 9 Prozent Mike Mohring (CDU) und 3 Prozent Christoph Kindervater (AfD).