"Meilenstein für die gleichberechtigte Teilhabe"

RTL/ntv exklusiv: GroKo einigt sich auf Frauenquote in Vorständen

RTL/ntv exklusiv: GroKo einigt sich auf Quote für Vorstände von DAX-Unternehmen
© dpa, Tim Brakemeier

20. November 2020 - 19:28 Uhr

Vorstände mit mehr als drei Personen: Ein Platz gehört künftig einer Frau

Meilenstein für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen: Wie RTL/ntv exklusiv erfuhr, hat sich die Große Koalition aus SPD und CDU/CSU auf fachpolitischer Ebene auf eine Frauenquote geeinigt: Erstmals wird es eine Mindestbeteiligungsquote für die Vorstände börsennotierter und voll mitbestimmter Unternehmen geben. Bei Vorständen mit mehr als drei Personen soll ein Platz mit einer Frau besetzt werden.

Frauenquote auch für Unternehmen mit Bundesbeteiligung

Nach RTL/ntv-Informationen hatten die Unionsparteien CDU/CSU außerdem darauf gedrängt, dass es auch einen Fortschritt dort gibt, wo viele Frauen arbeiten: Nämlich im Gesundheits- und Sozialbereich. Es sei völlig unverständlich, dass in den Vorständen der Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen nur 14 Prozent Frauen vertreten sind, hieß es.

Deshalb wird dort bereits bei Vorständen mit zwei Personen mindestens ein Platz mit einer Frau besetzt. Und bei Unternehmen mit wesentlicher Bundesbeteiligung wird ab drei Vorständen mindestens ein Platz mit einer Frau besetzt.

Stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön: "Ein wichtiger Schritt für mehr Diversität"

Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön erklärt zu der Einigung: "Die heutige Vereinbarung ist ein Meilenstein für mehr Frauen in Führungspositionen - in allen Bereichen. Dass in den Vorständen von Kranken- und Rentenversicherungen bisher kaum Frauen sind, nehmen wir nicht länger hin. Hier gilt künftig: ab zwei Vorständen eine Frau. Damit hat sich die SPD lange schwer getan. Dabei arbeiten im sozialen Bereich besonders viele Frauen. Aber auch große börsennotierte Unternehmen nehmen wir stärker in die Pflicht. In Vorständen mit mehr als drei Mitgliedern muss künftig eine Frau vertreten sein. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Diversität in den Führungsetagen deutscher Unternehmen."

Es sei wichtig gewesen, als Bund mit guten Vorbild vorauszugehen. "Daher haben wir auch Regelungen für Unternehmen mit wesentlicher Bundesbeteiligung getroffen. Frauen an so wichtigen Schaltstellen der Unternehmen werden dafür sorgen, dass auch in den anderen Führungsetagen Frauen nachrücken."

Abschließende Entscheidung nächste Woche

Der Kompromiss soll in der kommenden Woche den Koalitionsspitzen zur abschließenden Entscheidung vorgelegt werden. Anschließend werde die Ressortabstimmung und die Länder- und Verbändebeteiligung eingeleitet, so dass der Kabinettsbeschluss zeitnah erfolgen könne, teilte Lambrecht weiter mit. Die Quote ist ein wesentlicher Punkt im sogenannten Führungspositionen-Gesetz - damit würde es erstmals verbindliche Vorgaben für mehr Frauen in Vorständen geben.