Liebenswerte Marotte und oder krankhafte Phobie - wo liegt der Unterschied?

RTL-Moderator Maurice Gajda gesteht: "Ich habe Angst vor Knöpfen!"

16. September 2020 - 16:27 Uhr

Hand aufs Herz: Wovor haben Sie Angst?

Kröten, Ratten, Spinnen und Insekten allgemein - viele Menschen haben Angst vor bestimmten Tieren. Aber auch Gegenstände des Alltags sorgen bei manchen für ein unbehagliches Zurückweichen: Manche können das Geräusch von Zähneputzen nicht ab und für andere ist die Vorstellung, in eine Bahn zu steigen, unerträglich. RTL-Moderator Maurice Gajda berichtet zum Beispiel, dass er Angst vor Kleiderknöpfen hat. Woher das kommt, weiß er nicht - aber er kann gut damit leben. Wenn aus der Angst aber eine Phobie wird, wird es kritisch. Wir haben mit Psychologe Dirk Baumeier darüber gesprochen, wie Sie mit Ängsten und Phobien umgehen sollten. Und im Video erfahren Sie, vor welchen Dingen Prominente und Showstars so Angst haben.

"Die mit vier Löchern, das sind die schlimmsten"

Stars haben sie, Normalos haben sie auch: Ängste und Phobien. Khloe Kardashian kann ihren eigenen Bauchnabel nicht anfassen, Megan Fox hat zum Beispiel Ekel vor Papier, Ex-One-Direction-Star Liam Payne hat Angst vor Löffeln. Und RTL-Moderator Maurice Gajda kann Kleiderknöpfen so gar nichts abgewinnen: "Das ist so ein bisschen wie das Gefühl, wenn man mit Nägeln über eine Kreidetapfel kratzt", erzählt er. "Das kennen ja viele - genau so ein Gefühl hab ich, wenn ich eklige Knöpfe anfassen muss oder sehe." Was Maurice so richtig richtig eklig findet: "Plastikknöpfe bei Hemden, noch schlimmer an Hosen - je größer die werden, desto schlimmer werden sie. Die mit vier Löchern, das sind die schlimmsten."

Zur Not müssen Gummihandschuhe her

Jetzt haben ja aber viele Klamotten schon Knöpfe. Hemden, Hosen, Mäntel... Aber da ist klar: "Ich selber besitze nichts mit Knöpfen. Keine Hemden. Und wenn maximal eine Jeanshose, alles andere ist bei mir mit Reißverschluss." Vor der RTL-Kamera muss Maurice aber auch schon mal in solche Horror-Knopf-Hemden schlüpfen. Da hilft der Stylist dann beim Anziehen. Ansonsten gibt es nur einen Ausweg: "Gummihandschuhe! Die brauch ich tatsächlich auch."

Unwohlsein speist sich aus irrationalem Gefühlen

Aber wie kommt es, dass wir Menschen dazu neigen, solche Ängste und Phobien zu entwickeln? "Prinzipiell können Menschen vor beliebigen Objekten oder Situationen Angst empfinden", erklärt uns der Leipziger Psychologe Dr. Dirk Baumeier. Diese Menschen seien "bezüglich der Harmlosigkeit nicht zu belehren, denn das Unwohlsein speist sich aus irrationalem Gefühlen." Der Widerwille beim Anblick von Knöpfen sei bei den Knopf-Phobikern im Regelfall bereits in der Kindheit vorhanden gewesen, so Baumeier. "Nicht wenige Knöpfe an Kleidungsstücken konnten schon damals einer Schere in Kinderhänden zum Opfer fallen. Die Betroffenen berichten oft, sie würden Knöpfe als eklige Varianten von 'Augen' wahrnehmen."

Der empfundene Leidensdruck macht den Unterschied

Aber wann ist eine solche Angst noch eine liebenswerte Marotte und wann eine echte Phobie, eine psychische Störung? "Entscheidend für die Abgrenzung zwischen normaler Marotte und psychischer Störung ist der empfundene Leidensdruck", erklärt der Psychotherapeut. "Wenn Ängste und Phobien dem normalen Alltag einen einschränkenden Stoß versetzen, sollte der Weg psychotherapeutischer Hilfe eingeschlagen werden."

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Meist begegnen Betroffene Phobien mit einer Vermeidungstaktik. Das kann aber auch zur Folge haben, dass die Vermeidung auf ähnliche Situationen übertragen wird und damit weitere Phobien entstehen. Daher haben betroffene Angstpatienten oftmals mehr als eine Phobie. Ob eine Phobie behandelt werden muss oder nicht, sollte im Einzelfall genau geprüft werden. Mehr dazu erfahren Sie hier!