RTL-Korrespondentin reist ins umkämpfte Kurden-Gebiet: Die geschönte Wahrheit über Syrien

04. Februar 2018 - 16:13 Uhr

Westen schweigt zur Offensive der Türken

Als die Kurden die Terroristen des Islamischen Staates besiegten, hat der Westen sie gefeiert. Jetzt bekämpft die Türkei dieselben Kurden als Terroristen - der Westen schweigt. Die Türkei will einen kurdischen Staat auf dem Gebiet Syriens unbedingt verhindern. Unsere Korrespondentin Kavita Sharma durfte jetzt in das umkämpfte Gebiet reisen – um die türkische Sicht der Dinge zu sehen.

"Wir stehen hinter den türkischen Streitkräften"

Afrin-Offensive
Das türkische Militär geht in der Region Afrin derzeit massiv gegen die gegen die Kurdenmiliz YPG vor.
© dpa, Lefteris Pitarakis, LP htf

Die Vereinten Nationen sind besorgt über die Situation der Menschen im Nordwesten Syriens. Dort hat die Türkei vor zwei Wochen ihre sogenannte Afrin-Offensive gestartet. Offiziell geht es bei der Offensive darum, Terroristen zu stoppen - nämlich die YPG. Für den Westen sind die kurdischen Kämpfer schlagkräftige Verbündete im Kampf gegen den IS. Doch das sehen die meisten Türken nicht so. 80 Prozent unterstützen den Einmarsch in Syrien. Auch deswegen, weil eine beispiellose Propaganda angelaufen ist. Türkische Medien berichten von einem heroischen Feldzug und schüren den Hass gegen die Kurden. Wer es wagt, Kritik zu äußern, wird weggesperrt.

Die türkische Armee hat jetzt einige westliche Reporter nach Syrien mitgenommen – mit dabei unsere Korrespondentin Kavita Sharma. Gleich hinter der Grenze: Jubel-Demo für die Offensive. Selbst Kinder - anscheinend begeisterte Türkei-Fans: "Freiheit für Afrin, wir stehen hinter den türkischen Streitkräften."

Die Botschaft der Türken an Journalisten ist klar: So gut läuft es, wenn wir in Syrien einmarschieren. Doch sehen Sie die Bilder selbst, die Kavita Sharma von ihrer Reise mitgebracht hat.